Eingriff an Ibbenbürener Klinik Missglückte Rücken-OP: Schmerzensgeld für Rollstuhlfahrerin

Von dpa

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Bei der Operation war das Rückenmark der Patientin beschädigt worden. Symbolfoto: dpaBei der Operation war das Rückenmark der Patientin beschädigt worden. Symbolfoto: dpa

Hamm/Ibbenbüren. Sieben Jahre nach einer missglückten Rücken-Operation bekommt eine Rollstuhlfahrerin aus Neuenhaus im Landkreis Grafschaft-Bentheim über eine halbe Millionen Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz sowie eine monatliche Rente von 1400 Euro.

Auf diesen Vergleich habe sich die Klägerin mit der Versicherung der Klinik in Ibbenbüren und den Erben des mittlerweile verstorbenen Chirurgen geeinigt. Das sagte ein Sprecher des Oberlandesgericht Hamm am Freitag der dpa. (Die ganze Geschichte: Patienten zum Pflegefall operiert? Klagen gegen Chirurgen) 

Dem Vergleich ging ein Urteil des Landgerichts Münster im März 2018 voraus. Die Richter hatten dem Krankenhaus vorgeworfen, den alkoholkranken Chirurgen trotz seines bekannten Gesundheitszustandes nicht aus dem Verkehr gezogen zu haben. Der Mediziner galt seit 2008 als alkoholkrank und war mehrfach in Behandlung. Bei der Operation war das Rückenmark beschädigt worden. 

War der Arzt betrunken?

Ob der Mediziner bei dem missglückten Eingriff betrunken war, konnte das Landgericht Münster nicht abschließend klären. Der Arzt mit Belegbetten in der Klinik hatte nach dem Urteil die Patientin nicht genügend über die Risiken der OP aufgeklärt, zudem sei der Eingriff bei der damals 55-Jährigen an der Bandscheibe unnötig gewesen.

Die ehemalige Patientin sitzt seitdem im Rollstuhl und wohnt bei Nordhorn an der Grenze zu Holland. Mehrere Medien hatten am Freitag über den Vergleich berichtet. 


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