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Mit Sven Martinek gedreht Film „Phantomschmerz" von Espelkampern kommt in die Kinos

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Schauspieler Sven Martinek (Mitte) stellte sich drei Monate lang für den Dreh des Films „Phantomschmerz" zur Verfügung. Foto: Andreas OlenbergSchauspieler Sven Martinek (Mitte) stellte sich drei Monate lang für den Dreh des Films „Phantomschmerz" zur Verfügung. Foto: Andreas Olenberg

Espelkamp. Drei Monate lang haben sie gedreht, ein Jahr lang geschnitten, jetzt ist es soweit: Der Film „Phantomscherz" eines jungen Filmteams aus dem nordrhein-westfälischen Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) kommt Anfang September in die Kinos. Mitgespielt haben auch die bekannten Schauspieler Kathy Karrenbauer und Sven Martinek – und das ganz ohne Gage.

Im ersten Spielfilm von Daniel Littau (27) und Andreas Olenberg (28) geht es um den Taxifahrer Finn, der den Schuldigen für den Tod seines kleinen Bruders sucht. Der hatte vor zwei Jahren einen Autounfall und war nach einer Operation gestorben. Finn verdächtigt den behandelnden Chefarzt Ben, Fehler vertuschen zu wollen. Eines Tages setzt sich der Mediziner betrunken in Finns Taxi. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Zusätzliche Verwicklungen gibt es, weil sich bei Finn eine Beziehung anbahnt – ausgerechnet mit Bens Tochter.

Mit Katy Karrenbauer und Sven Martinek

Neben einigen Schauspielern ohne Schauspielausbildung sind auch zwei bekannte Gesichter dabei: Katy Karrenbauer („Der Frauenknast"), die nur ein paar Sätze spricht, und Sven Martinek. Martinek wurde bekannt durch die Serie „Der Clown" und spielt in dem ostwestfälischen Film Chefarzt Ben. Littau und Olenberg veröffentlichten ihr Drehbuch im Internet – und bekamen irgendwann einen Anruf von Martineks Agentur. „Er fand das Drehbuch cool", erklärt Littau. Deshalb stellte er sich für den dreimonatigen Dreh, der größtenteils in der Heimat des jungen Filmteams stattfand, zur Verfügung – ohne dafür Gage zu bekommen. 

Für den Film sowie für Littau und Olenberg war das eine Bereicherung: „Mit Katy und Sven zu drehen, war eine positive Erfahrung. Wir haben von ihrer Professionalität profitiert", sagt Littau. Auch hinter der Kamera seien sie gut miteinander zurecht gekommen. „Sie hatten überhaupt keine Allüren", erzählt der 27-Jährige, der selbst keine Schauspielausbildung absolviert hat. Zusammen mit Olenberg startete er seine Filmkarriere im Sommer 2003 – da waren sie zwölf beziehungsweise 13 Jahre alt. Damals gründeten sie das inzwischen mehrfach ausgezeichnete Filmteam Camcore, das nun „Phantomschmerz" in die Kinos bringt. 

Auch Katy Karrenbauer spielt in dem Film der Espelkamper mit. Foto: Camcore

Keine Unterstützung von der Filmförderung

„Sven war sehr überrascht von unserer Leidenschaft und der Professionalität des Regisseurs." Bis zu 20 Wiederholungen hätten sie zum Teil gemacht – eben so lange, bis es den beiden gefiel. Mit dem Ergebnis sei auch Martinek zufrieden. Obwohl sie als Dorfkinder ohne Filmschule, ohne Sender und ohne Geld an den Start gegangen seien, bräuchten sie sich nicht verstecken.

Daniel Littau spielt den jungen Taxifahrer in dem Film „Phantomschmerz". Foto: Camcore

Weil sie weder einen Sender hatten noch von der Filmschule kamen, lehnte die Filmförderung die Bewerbung der Espelkamper um Fördermittel ab. Deshalb starteten sie ein Crowdfounding, bei dem laut Littau 11.000 Euro zusammengekommen sind. Über regionale Spenden kamen weitere 50.000 Euro zusammen. Weil sie keinen Verleih fanden, der den Film in die Kinos bringen wollte, übernahmen sie den Verleih komplett selbst. Dafür hätten sie noch etwas aus der eigenen Tasche drauf zahlen müssen. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir den Film drehen wollen, egal wie viel Geld wir zusammenbekommen hätten", so Littau.

„Wir spielen mit dem Gedanken, eine Serie zu produzieren."Daniel Littau

Drei Jahre, nachdem sie die Idee zu dem Spielfilm hatten, ist es so weit: Am 6. September kommt der Streifen in die Kinos. Zum Start haben ihn laut Littau etwa 40 Filmtheater in Ostwestfalen-Lippe und Berlin im Programm. Zu sehen ist der Film in der Region unter anderem im Dersa-Kino in Damme, in der Lichtburg in Quernheim und im Centraltheater Brake. Die Produzenten hoffen, dass jede Woche weitere Kinos dazu kommen. (Eine Liste der Kinos, in denen der Film gezeigt wird, finden Sie hier.)

Als nächstes gehen Littau und Olenburg auf Kino-Tour. Danach wollen sie „Phantomschmerz" auf DVD und Blu-ray herausbringen und versuchen, Fernsehsender und Streamingdienste davon zu überzeugen, ihn ins Programm zu nehmen. Anschließend wollen die beiden Espelkämper ein neues Projekt angehen: „Wir spielen mit dem Gedanken, eine Serie zu produzieren. Da hätten wir Lust zu", sagt Littau. Und vielleicht wird es nach dem ersten Spielfilm auch mit der Finanzierung leichter.

(Mit dpa)


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