Münster sucht Lösungen Erst tonnenweise toter Fisch, dann tote Enten: Tiersterben am Aasee

Von Ralf Repöhler

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Etwa 50 tote Enten und Wasservögel sind bis Mittwochmittag am Aasee gefunden worden. Foto: imago/ecomedia/robert fishmanEtwa 50 tote Enten und Wasservögel sind bis Mittwochmittag am Aasee gefunden worden. Foto: imago/ecomedia/robert fishman

Münster. Etwa 50 tote Enten und Wasservögel sind bis Mittwochmittag am Aasee gefunden worden. Das Veterinäruntersuchungsamt fand Hinweise, dass die Tiere an Botulismus oder einer von Blaualgen verursachten Vergiftung gestorben sind. Der Runde Tisch zu den Ursachen soll noch im Sommer tagen.

Oberbürgermeister Markus Lewe plant nach dem Fischsterben im Aasee, einen Runden Tisch auch mit externen Experten aus dem Hochschulbereich direkt nach den Sommerferien einzuberufen. Das teilte er aus seinem Urlaub in den Alpen mit. Lewe möchte vor allem zwei bohrende Fragen klären lassen: Hätte die Öko-Katastrophe verhindert werden können, und was muss geschehen, damit sich ein solches Tiersterben nicht wiederholt?

Weitere tote Vögel und Fische gefunden

Das Ökosystem des Aasees stabilisiert sich langsam, teilt die Stadt mit. „Die Grünalgen im See sind teilweise zurück und produzieren tagsüber wieder Sauerstoff“, sagt Umweltdezernent Matthias Peck. Bei seiner täglichen Kontrollfahrt über den See fand das städtische Tiefbauamt am Mittwochmorgen weitere drei tote Wasservögel und noch 15 verendete Fische. Vier tote Vögel entdeckten Aktive des Vereins Tierretter. Insgesamt sind bis Mittwochmittag etwa 50 Enten und andere Wasservögel gefunden worden. Über 20 Tonnen tote Fische waren bereits geborgen worden.

Vergiftung durch Botulismus oder Blaualgen

Das Gesundheits- und Veterinäramt hat mehrere tote Vögel beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) untersuchen lassen. Dort fand man Hinweise, dass sie an Botulismus oder einer von Blaualgen verursachten Vergiftung gestorben seien. Das CVUA-MEL geht noch der Frage nach, ob eine Infektion als Ursache in Frage kommt.

Grüne und FDP im Clinch

Derweil liegen sich FDP und Grüne in Sachen Aasee in den Haaren. Der grüne Vorstandssprecher Stephan Orth wirft den Liberalen vor, die Katastrophe politisch zu instrumentalisieren. Und das sei im höchsten Maße unanständig. „Dass sich ausgerechnet die FDP mit völlig unzureichenden Vorschlägen als Ökopartei profilieren will, grenzt mit der genannten Summe von 30.000 Euro ans Lächerliche“, so Orth. Bereits seit fast 20 Jahren, konkret seit 1999, gebe es Vorschläge, den Aasee aufzuwerten, was aus Kostengründen von allen politisch Verantwortlichen, insbesondere aber von der damals regierenden FDP mit der CDU, zurückgewiesen worden sei.

Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen

FDP-Parteichef Manuel Lascasas hatte vor dem Hintergrund, dass Münster erst vor wenigen Tagen mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden war, angeregt, dass Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro für Sofortmaßnahmen für den Aasee zu verwenden. Den grünen Umweltdezernenten Matthias Peck sieht Lascasas in der Pflicht, die Analysen und konkreten Handlungsansätze des städtischen Umweltamtes der letzten Wochen vor dem Umkippen des Aasees offenzulegen.


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