Ökokatastrophe durch Hitze 80 Prozent der Fische im Aasee in Münster verendet

Von Lukas Speckmann

Die Fische im Aasee in Münster sterben an Sauerstoffmangel. Foto: Matthias AhlkeDie Fische im Aasee in Münster sterben an Sauerstoffmangel. Foto: Matthias Ahlke

Münster. Die Situation ist dramatisch: Wegen der Hitzewelle in diesem Sommer sollen bis zu 80 Prozent aller Fische als Folge des Sauerstoffmangels verendet sein. Helfer bemühen sich, die Kadaver zu bergen.

Das Fischsterben geht weiter. Nach Angaben einer Sprecherin geht die Stadtverwaltung davon aus, dass besonders der Bereich des alten Aasees – etwa zwischen Torminbrücke und Aaseeterrassen – „in der Fläche“ betroffen sei. Anders gesagt: Es werden hier nicht viele Fische überlebt haben. Der Fischereiverein Frühauf Münster schätzt, dass insgesamt 80 Prozent des Fischbestandes im Gewässer verendet sind.

Am frühen Freitagmorgen wurde nach Angaben der Stadt eine Sauerstoffkonzentration von nur zwei Milligramm pro Liter gemessen. „Drei Milligramm ist der für Fische kritische unterste Wert“, heißt es in der Pressemitteilung. Die kurzfristige Wetteränderung hat die Lage insgesamt offenbar nicht sehr verändert. Immerhin: Zwischenzeitlich habe sich der Aasee von 26 auf 22 Grad abgekühlt. Der starke Wind ist hilfreich und bringt Bewegung ins Wasser.


Die toten Fische werden aus dem See gefischt. Foto: Matthias Ahlke


Rund 30 Helfer sind seit Donnerstag im Dauereinsatz. Etliche sind in Booten unterwegs und holen die toten Fische aus dem See. Dazu werden die Kadaver in Richtung der Freitreppen getrieben, wo sie mit großen Keschern abgefischt werden. Der Geruch ist überdeutlich: Das städtische Tiefbauamt hat deshalb bereits einen Spezialsauger eingesetzt, um die Belästigung für die Anwohner zu minimieren.

In der Stadtverwaltung herrscht Alarmstimmung: In Kürze soll eine Krisensitzung unter Leitung der Feuerwehr stattfinden, um weitere Maßnahmen abzusprechen. Bislang kamen vor allem Pumpen zum Einsatz, um durch aufwirbelnde Fontänen den Sauerstoffgehalt im aufgeheizten Gewässer wieder anzureichern. Dieser Einsatz allerdings werde nicht fortgesetzt, da er nur punktuell wirke. „Dafür ist der Aasee mit seinen 40 Hektar einfach zu groß“, so Lutz Hirschmann vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit zum erheblichen technischen Aufwand.


80 Prozent der Fische im Aasee sind bereits verendet. Foto: Matthias Ahlke


Akuter Sauerstoffmangel

Bislang wurden nach Schätzung der Helfer etwa 30 Kubikmeter toter Fisch aus dem Aasee geborgen. Die genaue Zahl der Tiere lasse sich schwer einschätzen, da nicht zuletzt winzig kleine Fische dabei sind. Die vor allem betroffene Art ist der Güster, aber auch große Hechte, Zander und Karpfen sind durch den Sauerstoffmangel eingegangen – eine Folge der wochenlangen extremen Hitze und des niedrigen Wasserstandes. Der Aasee gilt als ein trotz seiner geringen Durchschnittstiefe sehr fischreiches Gewässer; auf rund sechs Tonnen wird der Fischbesatz nach Angaben der Stadt insgesamt geschätzt.

Am Aasee-Großeinsatz sind zahlreiche Helfer und Institutionen beteiligt: Neben den Fachleuten von Grünflächenamt und Tiefbauamt und der Berufsfeuerwehr sind es die Löschzüge Altstadt und Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr, die DLRG, das Technische Hilfswerk und die Abfallwirtschaftsbetriebe sowie der Fischereiverein Frühauf Münster. Auch am Wochenende werde die Stadt vor Ort sein, um die Entwicklung zu beobachten, heißt es.


Foto: Matthias Ahlke



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