Mehr Abfälle als angenommen Nach Großbrand in Rheine: Aufräumarbeiten ziehen sich hin

Von Christian Lang

Nach dem Großbrand auf einem Bauernhof in Rheine, bei dem am Sonntag 8000 Schweine starben, ziehen sich die Aufräumarbeiten weiter hin. Foto: dpaNach dem Großbrand auf einem Bauernhof in Rheine, bei dem am Sonntag 8000 Schweine starben, ziehen sich die Aufräumarbeiten weiter hin. Foto: dpa

Osnabrück. Nach dem Großbrand auf einem Bauernhof in Rheine, bei dem am Sonntag 8000 Schweine starben, ziehen sich die Aufräumarbeiten weiter hin. Die Menge an Abfall ist höher, als zunächst vermutet wurde.

In den Trümmern des Stalls eines Schweinezüchters in Rheine liegen neben verbrannten Tierkadavern auch Teile der Stallkonstruktion, die Reste der Photovoltaikanlage sowie Kunststoff-Elemente. Rund 40 Arbeiter sind damit beschäftigt, den Abfall zu trennen. „Die Sortierung kommt gut voran“, sagt ein Sprecher der Bezirksregierung Münster auf Nachfrage unserer Redaktion. Dennoch ziehen sich die Arbeiten weiter hin. Das liegt vor allem daran, dass die Menge an Abfall höher ist, als zunächst angenommen. Die erste Schätzung von knapp 400 Tonnen Abfall habe sich als zu gering erwiesen. Für die Arbeiter sei die Sortierung wahrlich keine schöne Aufgabe, sagt der Sprecher. Um Emissionen zu verhindern, müsse der Abfall regelmäßig mit Kalk abgesprüht werden. (Weiterlesen: Nach Feuer: Tierschutzbund fordert Überprüfung von Mastanlagen)

Die Zeit drängt

Eine seriöse Prognose, wann die Arbeiten abgeschlossen sind, kann der Sprecher nicht geben. Nur so viel: „Das Thema wird uns in der kommenden Woche weiter beschäftigen.“ Bei den Arbeiten drängt die Zeit. Aufgrund der Hitze schreitet der Verwesungsprozess der Kadaver voran. Die Tierreste werden in einer Verbrennungsanlage in Heek (Nordrhein-Westfalen) entsorgt, sobald sie von dem restlichen Abfall getrennt wurden. Wohin dieser kommt, steht weiterhin noch nicht fest, so der Sprecher. Man habe eine Lösung im Auge, aber bevor dort grünes Licht gegeben werden könne, müsse noch eine formelle Hürde genommen werden, heißt es. „Das Thema brennt uns unter den Nägeln. Wir hoffen daher auf eine schnelle Lösung“, sagt der Sprecher. (Weiterlesen: Vom Schweigen und der Empörung – ein Kommentar)

Die Zusammenarbeit mit dem Landwirt, auf dessen Hof der Brand ausgebrochen war, verlaufe dagegen sehr gut. „Er ist hochprofessionell und kümmert sich hervorragend“, so der Sprecher.

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Das Feuer war am Sonntagnachmittag ausgebrochen. Die etwa 100 Meter langen Ställe brannten völlig nieder und stürzten ein. Die Flammen griffen auch auf ein Futtersilo über. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, eine große Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Ursache für den Brand aus.


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