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Suche nach Entsorgungsmöglichkeit Nach Brand in Rheine: Experten trennen Tierkadaver von Abfall

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Die Stallungen auf dem Hof in Rheine sind ausgebrannt. Foto: dpaDie Stallungen auf dem Hof in Rheine sind ausgebrannt. Foto: dpa

Rheine. Nach dem Großbrand auf einem Bauernhof in Rheine, bei dem am Sonntag 8000 Schweine starben, laufen die Aufräumarbeiten. Zahlreiche Mitarbeiter sind damit beschäftigt, die verbrannten Tierkadaver vom übrigen Abfall zu trennen.

In den Trümmern des Stalls eines Schweinezüchters in Rheine liegen neben verbrannten Tierkadavern auch Teile der Stallkonstruktion, die Reste der Photovoltaikanlage sowie Kunststoff-Elemente. Alles sei miteinander verschmolzen und zahlreiche Arbeiter seien derzeit damit beschäftigt, den Abfall zu trennen, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung Münster auf Nachfrage unserer Redaktion sagt. (Weiterlesen: Nach Feuer: Tierschutzbund fordert Überprüfung von Mastanlagen)

Suche nach Entsorgungsmöglichkeit

Man versuche derzeit, eine entsprechende Entsorgungsmöglichkeit zu finden. Außerdem berieten Mitarbeiter der Bezirksregierung den Landwirt, der für die Entsorgung des Abfalls zuständig ist. 
Bei den Arbeiten drängt die Zeit. Aufgrund der Hitze schreitet der Verwesungsprozess der Kadaver voran.

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Das Feuer ist am Sonntagnachmittag ausgebrochen. Die etwa 100 Meter langen Ställe brannten völlig nieder und stürzten ein. Die Flammen griffen auch auf ein Futtersilo über. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, eine große Rauchwolke war kilometerweit zu sehen. Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Ursache für den Brand aus.

Landwirt will weiter machen

Am Montag besuchte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den Hof. Sie zeigte sich vor allem angesichts der vielen getöteten Tiere betroffen. Der von dem Brand betroffene Bauer will den zerstörten Betriebsteil wieder aufbauen. Der Hof ist ein Traditionsbetrieb in der fünften Generation in Familienhand. (Weiterlesen: Vom Schweigen und der Empörung – ein Kommentar)

Die Grünen im NRW-Landtag lassen den Großbrand derweil auf die Tagesordnung des Umweltausschusses setzen. Wenn so viele Tiere „elendig verenden, dann muss sich die Politik damit befassen“, sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Norwich Rüße. Neben der Aufklärung der Brandursache stelle sich die Frage, ob die gesetzlichen Bestimmungen in der Mast ausreichen. Denn „ein Brandschutzkonzept muss auch dem Tierschutz gerecht werden“, sagte Rüße. „Wenn dermaßen viele Tiere sterben, muss die Sinnhaftigkeit solcher Konzepte hinterfragt werden.“  


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