Kommentar nach Brand von Mastanlage 8000 tote Schweine: Vom Schweigen und der Empörung

Von Dirk Fisser

Brand auf Bauernhof in Rheine, Foto: NWM-TVBrand auf Bauernhof in Rheine, Foto: NWM-TV

Osnabrück. Beim Brand eines Maststalls bei Rheine im Kreis Steinfurt verenden 8000 Schweine. Ein Kommentar zu empörten Kommentaren.

Wer nach dem Stallbrand bei Rheine in den sozialen Netzwerken die Reaktionen verfolgt hat, der stieß in den Kommentarspalten vor allem auf eines: Entsetzen. Ausgelöst nicht allein durch den grausamen Tod der verendeten Schweine, sondern auch die hohe Zahl toter Tiere: 8000 Schweine, gehalten in einem 100 Meter langen Stall. Die Dimension der modernen Tierhaltung scheint die Vorstellungskraft vieler Verbraucher zu sprengen.

Die Reaktionen sind Ausdruck der Entfremdung vieler Menschen von der Lebensmittelproduktion. Das Leben der Tiere findet weitgehend hinter verschlossenen Stalltüren statt, ihr Sterben in hermetisch abgeriegelten Schlachthöfen. Es scheint, als gebe es eine stillschweigende Vereinbarung zwischen Produzenten und Konsumenten: Ihr tötet für uns, dafür schauen wir weg.

Immer dann, wenn dieses Abkommen durchbrochen wird, dominiert die Empörung. Wenn Tierrechtler Bilder aus Ställen veröffentlichen oder wenn wie jetzt ein Stall abbrennt. Die Wirklichkeit schockiert. Insofern ist es ein Trugschluss, das vermeintliche Wegschauen der Verbraucher mit Duldung der Produktionsmethoden gleichzusetzen. Für die Landwirtschaft heißt das: Allein mit mehr Transparenz wird sie die Deutungshoheit über die richtige Tierhaltung der Zukunft nicht zurückgewinnen.


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