8000 Schweine in Rheine gestorben Nach Feuer: Tierschutzbund fordert Überprüfung von Mastanlagen

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Blick in die Brandruine. Foto: dpaBlick in die Brandruine. Foto: dpa

Osnabrück. 8000 Schweine sterben beim Brand eines Stalls bei Rheine. Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder findet, dass das Konsequenzen haben muss.

Nach dem Feuertod von etwa 8000 Schweinen in einer Mastanlage bei Rheine hat der Deutsche Tierschutzbund die Überprüfung sämtlicher Ställe in Deutschland gefordert. Verbandspräsident Thomas Schröder sagte unserer Redaktion: „Eine solche Katastrophe darf sich nicht wiederholen.“ Die Agrarminister in Bund und Ländern müssten die Anlagen überprüfen und gegebenenfalls Nachrüstungen anordnen lassen.

Schröder: Genehmigung großer Ställe ist abzulehnen

Beim Bau von Ställen werde die Frage von Fluchtwegen für die Tiere zu wenig berücksichtigt, so Schröder. Gerade bei großen Anlagen wie bei dem abgebrannten Stall in Rheine sei eine Rettung aller Tiere im Ernstfall gar nicht möglich. Schröder sagte, die Genehmigung solch großer Ställe sei deswegen abzulehnen.

 Am Sonntagmittag war in dem Schweinemastbetrieb im Kreis Steinfurt ein Feuer ausgebrochen. 8000 Schweine starben. „Das war ein qualvolles Sterben für die Tiere, das berührt uns zutiefst“, sagte Tierschutzpräsident Schröder. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen im Millionenbereich. 

Am Montag besuchte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den Hof. Sie zeigte sich vor allem angesichts der vielen getöteten Tiere betroffen: „Die heruntergebrannten Stallungen zu sehen und an die darin verendeten Tiere zu denken, berührt mich sehr. Offenbar haben sich die Flammen derart rasch ausgebreitet, dass eine Rettung der Tiere aussichtslos war."

Bauer will Stall wieder aufbauen

Der von dem Brand betroffene Bauer will den zerstörten Betriebsteil wieder aufbauen. „Wir sind Landwirte aus Leidenschaft. Irgendwie wird es auf jeden Fall weitergehen", sagte Ralf Exeler am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Ministerin sicherte dem Landwirt zu, ihn bei der Bewältigung der Brandfolgen „bestmöglich zu unterstützen".

Der Hof ist ein Traditionsbetrieb und in der fünften Generation in Familienhand. Neben Ferkel- und Sauenaufzucht sowie traditionellem Ackerbau betreibt er unter anderem aus eigenem Mist und Gülle eine Biogasanlage, die Strom für 1000 Haushalte erzeugen kann. (mit dpa)


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