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Telgter Wallfahrt Rund 7800 Gläubige pilgern von Osnabrück nach Telgte

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Osnabrück/Telgte Rund 7800 Gläubige pilgerten nach Veranstalterangaben in diesem Jahr bei der Osnabrücker Fußwallfahrt nach Telgte mit. Am Samstagnachmittag erreichten sie nach über zwölf Stunden den westfälischen Wallfahrtsort. Das Ziel der Gläubigen ist eine Pietà aus dem Mittelalter.

Der gut 43 Kilometer lange Glaubensmarathon startete in der Nacht auf Samstag um 1.30 Uhr mit einer Pilgermesse in der Osnabrücker St. Josephskirche. Gegen drei Uhr begann die alljährliche Wallfahrt traditionell am Johannisfriedhof.

Glaube und Gemeinschaft

Entlang der B 51 über Oesede war der Teutoburger Wald am Herrenrest von den Wallfahrern um fünf Uhr morgens überschritten. Auf den Flachetappen ab Bad Iburg schlossen sich immer mehr Pilger dem Zug der Gläubigen und Begleitfahrzeuge an. Beliebt ist bei vielen auch die Einstiegsmöglichkeit ab Glandorf auf gut der Hälfte der Strecke.

Der Glaube und die Gemeinschaft – das sind etwa für Lena Neumann aus Harderberg wichtige Gründe, sich Jahr für Jahr aufzumachen. „In den Gebeten und Liedern werden ja zum Beispiel Familie, Arbeit, Krankheit angesprochen, also Themen, mit denen ich im Alltag ja zu tun habe. Und es ist das Gemeinschaftsgefühl während der Wallfahrt: Es bleibt einfach keiner auf der Strecke“, erklärte Lena Neumann.

Weihbischof Johannes Wübbe griff beim liturgischen Stopp in der Klause Oedingberge indirekt die Debatte um die Asylpolitik auf. Das Denken in Mauern verführe zu einer trügerischen Sicherheit. auf. „Es gibt keine Sicherheit durch Einmauern. Wer aufs Einmauern und Abschotten setzt, wird über kurz oder lang scheitern“, sagte Wübbe.

230 Radpilger

Auf anderer Route aber mit dem selben Ziel hatten sich auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Radpilger nach Telgte aufgemacht. 230 Pedalpilger zählt der Glaubenscorso auf zwei Rädern, der von Osnabrück aus über fahrradtaugliche Nebenstrecken und mit spirituell geprägten Pausen die Pietà erreichte.

Eine positive Bilanz des ersten Wallfahrtstages zog Karlheinz Schomaker, der Technische Leiter der Wallfahrt. „Wir hatten über weite Strecken optimales Pilgerwetter und bis auf Blasen bei einigen Pilgern ist alles sehr gut verlaufen.“ Wegen der Ferienzeit in Niedersachsen hätten sich in diesem Jahr nicht so viele Jugendlichen wie sonst an der Wallfahrt beteiligen können, so Schomaker.

Am Sonntag geht es wieder zurück

Mit der Wallfahrt zur Pietà aus dem 14. Jahrhundert ist die sogenannte Telgter Wallfahrt noch nicht beendet. Am Sonntag pilgern – allerdings deutlich weniger – Menschen wieder gemeinsam zurück. Wegen organisatorischer Gründe dann nicht mehr nach Osnabrück, sondern nur noch bis Oesede oder in ihre Heimatorte.

An der Telgter Wallfahrt, sie gilt als Deutschlands größter Pilgerzug auf zwei Beinen, nehmen Gläubige aus dem Osnabrücker Land, aus dem Münsterland und aus anderen Regionen Deutschland teil.

Die Wallfahrt findet im nächsten Jahr vom 6. bis 7. Juli statt.


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