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Frau in Salzgitter erschossen Verdächtiger nach tödlichem Schuss in Westerkappeln festgenommen

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Beamte nehmen einen Mann in Westerkappeln fest. Er steht unter Verdacht, am Montagabend in Salzgitter auf offener Straße eine 30 Jahre alte Frau erschossen und eine zweite Frau verletzt zu haben. Foto: Frank KlausmeyerBeamte nehmen einen Mann in Westerkappeln fest. Er steht unter Verdacht, am Montagabend in Salzgitter auf offener Straße eine 30 Jahre alte Frau erschossen und eine zweite Frau verletzt zu haben. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln/Salzgitter. Nach dem tödlichen Schuss auf eine 30-Jährige in Salzgitter am Montag hat eine Spezialeinheit der Polizei den mutmaßlichen Täter in Westerkappeln am Dienstagmittag festgenommen. Das bestätigte die Polizei Münster auf Anfrage unserer Redaktion. Hintergrund der Tat ist offenbar ein Sorgerechtsstreit. Das einstige Paar hat vier gemeinsame Kinder.

Der Verdächtige hat in Westerkappeln eine Wohnanschrift, bestätigte die Polizei. Am Mittag nahmen die Einsatzkräfte den Mann fest. Von einer weiteren Person nahm sie die Personalien auf und ließ sie gehen. In einem gemieteten Auto vor der Wohnung des Verdächtigen fanden die Beamten die Tatwaffe.

Frau am Montagabend erschossen

Am Montagabend soll der 38-Jährige in Salzgitter seine 30-jährige ehemalige Lebensgefährtin auf einer Straße in den Kopf geschossen haben. Ihre 32-jährige Schwester wurde angeschossen und ist nach einer Operation nicht mehr in Lebensgefahr. Der Schütze floh nach der Tat. Die Polizei fahndete seither nach dem polizeibekannten 38-Jährigen.

Im Zuge eines Sondereinsatzes in Westerkappeln haben SEK-Beamte zwei junge Männer in ihrem Auto kontrolliert. Einer davon wurde mit auf die Wache genommen. Ob er im Zusammenhang mit der Tat in Salzgitter steht, ist unklar. Foto: Frank Klausmeyer

Sorgerechtsstreit als Auslöser?

Am Dienstagnachmittag teilten die Polizei Salzgitter und die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit, Hintergrund der Tat seien vermutlich Familienstreitigkeiten gewesen. Der Festgenommene und das Opfer haben vier gemeinsame Kinder.

Frau zuvor gedroht

Hans Christian Wolters, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, bestätigte unserer Redaktion einen Sorgerechtsstreit. Am Tag der Tat seien das Opfer und der mutmaßliche Täter vor dem Amtsgericht Tecklenburg aufeinandergetroffen. „Dort soll der Verdächtige Bedrohungen gegen die Frau ausgesprochen haben”, so Wolters. Der Mann habe das Sorgerecht nicht bekommen.

Der Verdächtige und das Opfer – beide gebürtig aus dem Kosovo – waren nach deutschem Recht nicht verheiratet. Sie lebten Wolters zufolge getrennt. Die Frau hatte zuletzt in Salzgitter gewohnt, bestätigte der Staatsanwalt.

Mindestens zwei Schüsse abgegeben

Nach der Gerichtsverhandlung soll sich der Mann auf den Weg nach Salzgitter gemacht haben. Vor dem Haus sei er dann auf die Frau und mehrere Familienmitglieder getroffen. „Es kam zu einer Auseinandersetzung und mindestens zwei Schüssen“, sagte Wolters. Danach floh der 38-Jährige in einem Auto.  

„Am Dienstag tauchte der Verdächtige an seinem Wohnort in Westerkappeln auf“, sagte Wolters. Dort habe er sich widerstandslos festnehmen lassen.

Kein Schutz möglich?

Hätte die Frau nach den Drohungen ihres einstigen Lebensgefährten geschützt werden können oder müssen? „Das ist immer eine Einzelfallentscheidung“, sagte Staatsanwalt Wolters. Schutzmaßnahmen seien in solch einem Falle möglich, „aber das ist eine Entscheidung der Polizei“, so Wolters.

Der Sprecher der Polizei Salzgitter sagte dazu, „das sind Dinge, die wir erst ermitteln müssen“. Ob eine Anzeige wegen der Bedrohung vorliegt und ob die Frau womöglich hätte geschützt werden müssen, diese Fragen könne der Sprecher unserer Redaktion frühestens am Mittwoch beantworten.

Polizei und Ermittler sichern Spuren am Tatort in Salzgitter. Fotos: Dominique Leppin/dpa

Die 30-Jährige wird am Dienstag obduziert. Am Mittwoch wird der mutmaßliche Täter einem Haftrichter vorgeführt, sagte Wolters. Dieser entscheidet über die Untersuchungshaft.

(Mit dpa)


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