Bauliche Mängel festgestellt Fahrbahn der A30-Nordumgehung in Bad Oeynhausen muss saniert werden

Von Nadine Grunewald

Die A30-Nordumgehung ist bislang nur auf einem Teilstück freigegeben worden. Ein Abschnitt, der noch nicht befahrbar ist, muss jetzt saniert werden. Foto: David EbenerDie A30-Nordumgehung ist bislang nur auf einem Teilstück freigegeben worden. Ein Abschnitt, der noch nicht befahrbar ist, muss jetzt saniert werden. Foto: David Ebener

Bad Oeynhausen. Noch ist kein Auto über die neue A30-Nordumgehung in Bad Oeynhausen gefahren, trotzdem stehen jetzt bereits die ersten Sanierungsarbeiten an: Wegen baulicher Mängel muss auf einem fünf Kilometer langen Abschnitt die Deckschicht erneuert werden. Die Fertigstellung der Nordumgehung soll sich durch diese Arbeiten nicht verzögern.

Der beschädigte Abschnitt erstreckt sich über eine Strecke von fünf Kilometern und reicht von der Grenze zwischen Bad Oeynhausen und Löhne bis zum Hahnenkamptunnel in Bad Oeynhausen. Der Bereich ist bis zum Jahr 2015 in mehreren Bauabschnitten asphaltiert worden, wie Sven Johanning, Sprecher der Straßen.NRW-Niederlassung in Bielefeld, sagt. Abschließend sollte dort noch eine lärmmindernde, offenporige Asphaltschicht (OPA) aufgetragen werden. Durch diese Poren kann Regenwasser in die unteren Schichten sickern und diese bei Frost beschädigen. Damit das nicht passiert, ist auf dem Abschnitt der Nordumgehung eine wasserdichte Gussasphaltschicht aufgetragen worden.

Bläschen entdeckt

Doch dabei scheint etwas schief gelaufen zu sein. Bereits im vergangenen Jahr seien an einzelnen Stellen auf diesem Abschnitt kleine Bläschen entdeckt worden. „In die untere Schicht muss Feuchtigkeit eingedrungen sein“, sagt Johanning. Bei Hitze verdampft diese und durch den Dampf entstehen Bläschen, die zu Schäden an der Fahrbahn führen. „Diese einzelnen Schadstellen hätten noch punktuell saniert werden können“, sagt Johanning. Doch durch die immensen Niederschlagsmengen Anfang dieses Jahres sei erneut viel Wasser in die unteren Schichten eingedrungen, das bei den hohen Temperaturen im April und Mai verdampft sei. „Jetzt sind auf einer Strecke von fünf Kilometern Blasen. Die komplette Gussasphaltschicht muss abgefräst und ersetzt werden“, erklärt Johanning.

Gutachter beauftragt

Wie konnte das passieren? Straßen.NRW hat laut Johanning einen Gutachter beauftragt, der bauliche Mängel festgestellt habe. „Wir haben gegen die damals ausführende Firma Gewährleistungsansprüche gestellt“, sagt Johanning. Weitere Einzelheiten könne er nicht nennen, da das Verfahren noch laufe.

Derweil ist am heutigen Donnerstag mit den Sanierungsarbeiten begonnen worden. Damit beauftragte Straßen.NRW jetzt die Firma, die auch den OPA auftragen soll. (Weiterlesen: Brückenexplosion bei Dreharbeiten in Bad Oeynhausen)

Alternatives Verfahren wird angewendet

Weil die unter dem Gussasphalt liegende Binderschicht blank liegt, muss es während der Arbeiten trocken sein. Deshalb wird auch hierbei wieder abschnittsweise vorgegangen. Statt Gussasphalt soll eine spannungsabsorbierende Zwischenschicht aufgetragen werden. Diese ist laut Johanning flexibler, sodass entstehende Blasen besser wieder in sich zusammen fallen können. Spielt das Wetter mit, könnte die Sanierung in drei Wochen abgeschlossen sein. Im Anschluss soll dann der offenporige Asphalt aufgetragen werden.

Letztes Brückenbauwerk wird gebaut

Zu weiteren Verzögerungen bei der Fertigstellung der A30-Nordumgehung soll es durch die Sanierung aber nicht kommen. Ein Datum für die Freigabe der Strecke will Johanning jedoch nicht nennen. Denn nach einem einjährigen Gerichtsverfahren um die Vergabe der Arbeiten für den letzten Bauabschnitt sind die ursprünglich im Vertrag mit der Papenburger Firma Bunte festgehaltenen Fristen hinfällig geworden und durften auch nicht aktualisiert werden. Immerhin: In der vergangenen Woche ist am Löhner Kreuz mit dem Bau des letzten Brückenbauwerks begonnen worden. Allerdings fehlten unter anderem noch die Anbindungen an die Brücke und auch die Fahrbahnen müssten noch angelegt werden.

Ursprünglich sollte die neue Verbindung zwischen der A2 und der A30, an der seit 2008 gebaut wird, Ende 2016 fertig werden. Die A30-Nordumgehung soll eine wichtige Verkehrsachse entlasten. Zur Zeit zwängen sich täglich bis zu 50.000 Autos durch Bad Oeynhausen. (Weiterlesen: Sechsspuriger A 30-Ausbau in Osnabrück fest geplant)