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Geständnis nach Deal Elf Monate für Polizisten im sogenannten Herforder Prügelprozess

Von Jörg Sanders

Im sogenannten Herforder Prügel-Prozess räumte der 41-Jährige sämtliche Vorwürfe ein. Archivfoto: Video-Screenshot/RTLIm sogenannten Herforder Prügel-Prozess räumte der 41-Jährige sämtliche Vorwürfe ein. Archivfoto: Video-Screenshot/RTL

Herford/Bielefeld. Das Landgericht Bielefeld hat den 41-jährigen Polizisten im sogenannten Herforder Prügelprozess im Berufungsverfahren am Montag zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Mit dem neuen Urteil verliert der Beamte nicht mehr zwangsläufig seinen Job. Möglich wurde das durch einen Deal.

Zudem muss der 41-Jährige 4200 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. Das bestätigte Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg auf Anfrage unserer Redaktion.

Der Polizist hatte vergangene Woche sämtliche Vorwürfe gegen ihn eingeräumt. Dem vorausgegangen war ein Deal.

Maximal elf Monate ausgehandelt

Denn in erster Instanz hatte das Amtsgericht Herford den Polizisten zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Damit hätte er seinen Job automatisch verloren. Das ist bei einer Verurteilung von mehr als zwölf Monaten der Fall. Bei dem Deal hatte der Beamte eine Bewährungsstrafe von neun bis maximal elf Monate ausgehandelt.

Polizist noch nicht aus dem Schneider

Mit den elf Monaten ist es nun Ermessenssache, ob der Beamte weiterhin als Polizist tätig sein darf. Der derzeit suspendierte 41-Jährige wird sich bald vor einem Disziplinargericht verantworten müssen. „Dann muss der Dienstherr entscheiden, ob er für den Polizeidienst noch tragbar ist”, so Eisenberg.

Strafrechtlich ist der Fall abgeschlossen: Beide Seiten kündigten an, das Urteil anzunehmen.

Bei einer Verkehrskontrolle im Juni 2014 hatte der heute 41-jährige Beamte einen Autofahrer geschlagen und mit Pfefferspray besprüht. Ein Video zeigt die aus dem Ruder gelaufene Kontrolle. 

Das Amtsgericht Herford hatte den Beamten wegen Körperverletzung im Amt in Tateinheit mit Freiheitsberaubung, der Verfolgung unschuldiger im Amt sowie Betrugs verurteilt. Der 41-Jährige hatte den Vorfall anders geschildert, sich als Opfer dargestellt und versucht, seine Tat zu vertuschen. Er hatte Schmerzensgeld gefordert, was das Gericht als Betrug wertete.





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