In Bielefeld Hunderte demonstrieren für und gegen Holocaust-Leugnerin Haverbeck

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Mit einem Großeinsatz hat die Polizei in Bielefeld eine Solidaritätskundgebung für die verhaftete Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck abgesichert. Foto: Bernd Thissen/dpaMit einem Großeinsatz hat die Polizei in Bielefeld eine Solidaritätskundgebung für die verhaftete Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck abgesichert. Foto: Bernd Thissen/dpa

dpa Bielefeld. Die Verhaftung von Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck führt zu Protest. Die Polizei muss eine Solidaritäts-Demo absichern. Doch nicht nur ihre Anhänger demonstrieren.

Mit einem Großeinsatz hat die Polizei in Bielefeld eine Solidaritätskundgebung für die verhaftete Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck abgesichert. 450 Menschen beteiligten sich laut Polizei an einer Kundgebung der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ für Haverbecks Freilassung. An einer Gegendemonstration beteiligten sich demnach 600 Menschen. Beide Veranstaltungen seien größtenteils friedlich verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Veranstalter und Polizei hatten mit deutlich weniger Teilnehmern auf beiden Seiten gerechnet.

Am Rande der Demos kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und etwa 100 Anhängern der linken Szene. Zwei Polizeibeamte seien dabei leicht verletzt worden, zwei Personen wurden wegen Widerstands gegen Polizeibeamte vorläufig festgenommen, sagte die Sprecherin. Im Kurznachrichtendienst Twitter warfen zahlreiche Teilnehmer der Polizei vor, die Anreise der Gegendemonstranten zu behindern.

Die beiden Demonstrationszüge gingen auf unterschiedlichen Wegen zur Justizvollzugsanstalt Bielefeld, wo Haverbeck eine zweijährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung absitzt. Die 89-Jährige hatte ihre Strafe am vergangenen Dienstag antreten sollen, war aber zunächst untergetaucht. Schließlich konnten Beamte sie festnehmen. Sie hatte mehrfach gesagt, das Konzentrationslager Auschwitz sei kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen. Nach Angaben des Staatsschutzes waren einige führende Köpfe der rechten Szene zu der Kundgebung nach Bielefeld gekommen.


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