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Klinik verlegt Frühgeborene Paderborn bereitet größte Evakuierung seiner Nachkriegsgeschichte vor

Von dpa

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Stefan Werth zeigt ein Smartphone-Foto der Bombe auf seinem Grundstück. Ein 1,8 Tonnen schwerer britischer Blindgänger war bei Gartenbauarbeiten nur 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche gefunden worden. Für die Entschärfung müssen die mehr als 26.000 Anwohner in einem eineinhalb Kilometer großen Radius um den Fundort nahe der Universität ihre Häuser verlassen. Die Stadt plant die größte Evakuierungsmaßnahme in ihrer Geschichte. Foto: dpaStefan Werth zeigt ein Smartphone-Foto der Bombe auf seinem Grundstück. Ein 1,8 Tonnen schwerer britischer Blindgänger war bei Gartenbauarbeiten nur 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche gefunden worden. Für die Entschärfung müssen die mehr als 26.000 Anwohner in einem eineinhalb Kilometer großen Radius um den Fundort nahe der Universität ihre Häuser verlassen. Die Stadt plant die größte Evakuierungsmaßnahme in ihrer Geschichte. Foto: dpa

Paderborn. Den Menschen in Paderborn steht ein aufregendes Wochenende bevor: Sonntag müssen 26 000 Menschen wegen einer Bombenentschärfung ihre Häuser verlassen. In einer Klinik müssen auch einige Frühchen im Brutkasten in Sicherheit gebracht werden.

In Paderborn haben Anwohner und Einsatzkräfte am Samstag die letzten Vorbereitungen für die Entschärfung einer Weltkriegsbombe getroffen. 26 000 Menschen müssen dann ihre Häuser verlassen - es ist die größte Evakuierung in der Nachkriegsgeschichte der Stadt. Im Rathaus konnten sich Bürger am Samstag noch einmal im Detail informieren, wie Evakuierung und die Entschärfung genau ablaufen.

Im St. Vincenz-Krankenhaus wurden zahlreiche Patienten ins 15 Kilometer entfernte Salzkotten verlegt. Betroffen ist unter anderem die Neugeborenenstation. Einige Frühgeborene mussten mit Spezialfahrzeugen in mobilen Brutkästen verlegt werden.

In einem Radius von 1,5 Kilometern rund um den Fundort werden zwei Krankenhäuser, mehrere Altenheime, die Universität und Teile der historischen Altstadt geräumt. In zwei weiteren Krankenhäusern müssen die Patienten in sichere Bereiche gebracht werden. Bis 12.00 Uhr am Sonntag soll das Sperrgebiet von allen Anwohnern verlassen worden sein. Mehr als 1000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst sowie Einsatzhundertschaften der Polizei sollen dabei helfen.

Die Bombe war vor eineinhalb Wochen bei Bauarbeiten in einem Garten nur 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche entdeckt worden. Sie ist mit 1,5 Tonnen Sprengstoff gefüllt und hat damit enormes Zerstörungspotenzial.

Die Experten vom Kampfmittelräumdienst zeigten sich im Vorfeld ihrer Arbeit zuversichtlich, dass es zu keinen Komplikationen bei der Entschärfung kommen werde: „Wir haben eine jahrelange Erfahrung mit diesem Typ Bombe und sind absolut davon überzeugt, diese Aufgabe am Sonntag lösen zu können“, wurden sie in einer Mitteilung der Stadt zitiert.

Drei Zünder sollen am Sonntagnachmittag entschärft werden. Dann wird die Luftmine mit einem Kran über das Haus auf einen Lastwagen geladen und abtransportiert.


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