Verkehrsminister Scheuer: „war kompliziert“ Eröffnetes Teilstück der A 33 macht Lücke nach Bielefeld kleiner

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Bielefeld/Steinhagen. Nach fast neun Jahren und 123,4 Millionen Euro Kosten wurde das acht Kilometer lange Teilstück der A33 zwischen Bielefeld und Steinhagen eröffnet. Der Bau hatte sich durch Naturschutzbedenken und Anwohnerklagen verzögert.

Zu den schönsten Aufgaben eines Verkehrsministers gehört es, Autobahnen einzuweihen. Dem neuen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wurde diese Freude nun relativ schnell nach Amtsantritt zuteil. Am Mittwoch eröffnete er mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) ein Teilstück der A33 zwischen Bielefeld und Steinhagen.

Einweihung mit Volksfestcharakter lässt Wartezeit vergessen

„Damit erhöhen wir die Kapazität im Straßenverkehr entlang des Teutoburger Walds und verbessern den Verkehrsfluss und die Sicherheit. Gleichzeitig reduzieren wir die Lärm- und Emissionsbelastung für die Anwohner erheblich“, sagte Scheuer.

Er durchschnitt das Band an der Anschlussstelle Künsebeck. Viele Besucher waren gekommen, es gab Würstchen und Bier. Die ersten Autos rollten auf der neuen Strecke an. Der Volksfestcharakter ließ für einen Moment vergessen, wie lange sich die Fertigstellung am Ende hingezogen hatte.

Fast neun Jahre dauerte der Bau des 7,9 Kilometer langen Teilstücks – von September 2009 bis April 2018. Zwischen Planung und Verkehrsfreigabe liegen mehr als 14 Jahre. „Jedes Bürgeranliegen muss berücksichtigt werden. Das dauert seine Zeit“, sagte Armin Laschet unserer Zeitung.

Drei Millionen Euro für Frösche-Spezialtunnel

Aus den ursprünglich veranschlagten 90 Millionen Euro wurden 123,4 Millionen Euro. Rund drei Millionen Euro entfallen allein auf die 28 Kleintunnel für geschützte Tierarten wie Frösche und Lurche, die unter der Autobahn herführen. Auch beim Lärmschutz war man den Wünschen von Bürgern entgegengekommen. Etwa acht Kilometer Lärmschutzwälle und -wände wurden montiert. 20 Brücken wurden für das A33-Teilstück gebaut, lange bevor die Trasse dazwischen fertig gestellt war.

Verkehrsminister Scheuer sprach die Bauverzögerung an. „Es war ein komplizierter Bauabschnitt, deshalb hat es so lange gedauert.“ Was der Minister mit „kompliziert“ meinte, erläuterte Andreas Meyer, Regionalleiter von Straßen.NRW unserer Zeitung. Nicht nur die Trassendiskussion und Klagen von Anwohnern gegen den Planfeststellungsbeschluss hatten Verzögerungen zur Folge, auch die Naturschutzvorkehrungen sorgten für zusätzlichen Aufwand. „So ein Großprojekt kann man nicht einfach durchsetzen“, sagte Meyer.

Großprojekte sollen künftig durch eine „Planungsbeschleunigung“ schneller geplant und gebaut werden können, sagte Minister Scheuer. Der weitere Ausbau der Autobahn, der auch die A33-Nord einschließe, habe Priorität. Das würden die hohen Investitionssummen zeigen.


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Fast neun Jahre dauerte der Bau des Teilstücks – vom 25. September 2009 bis zum 4. April 2018.

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7900 Meter oder 7,9 Kilometer ist das neue Teilstück lang.



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207 Hektar Ausgleichsfläche müssen dafür angelegt warden.

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Zwei Autobahnanschlussstellen sind gebaut worden…



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… sowie 20 Brücken.

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Kleintunnel sind in den vergangenen neun Jahren entstanden.



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Acht Kilometer Lärmschutzwände und...

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…zehn Kilometer Lärmschutzwälle sind gebaut worden.



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Der Bau des Teilstücks kostete etwa 123,4 Millionen Euro.

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Eine 20 Kilometer lange Lücke zwischen Borgholzhausen und Bielefeld muss noch geschlossen werden, bis der Lückenschluss der A33 erreicht ist.


Was die Einhaltung des weiteren Zeitplans angeht, zeigten sich die Politiker optimistisch. Bis Ende 2019 soll die Lücke zwischen Steinhagen und Borgholzhausen, an der bereits seit sechs Jahren gebaut wird, endgültig geschlossen sein. 140 Millionen Euro soll der 12,6 Kilometer lange Abschnitt kosten, davon über 30 Millionen für Natur- und Artenschutz. 454 Millionen Euro fließen am Ende voraussichtlich in die gesamte Strecke zwischen Borgholzhausen und Bielefeld.

Durch den neu eingeweihten Autobahnabschnitt soll der Verkehr auf der B 68 deutlich reduziert werden. Laut Prognosen werden pro Tag bis zu 15.000 Fahrzeuge weniger auf der Bundesstraße unterwegs sein.


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