Neuaufstellung Sebastian Hartmann soll NRW-SPD anführen

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„Riesenchance für die Sozialdemokratie“: Sebastian Hartmann.„Riesenchance für die Sozialdemokratie“: Sebastian Hartmann.

Düsseldorf. Der mitgliederstärkste SPD-Landesverband hat einen Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Michael Groschek gefunden. Sebastian Hartmann gilt als heißester Anwärter auf den Chefposten.

Angesichts der Neuaufstellung der NRW-SPD gilt der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann als aussichtsreichster Kandidat für den Vorsitz des größten Landesverbandes. „Es gibt einen geordneten Prozess“, sagte Hartmann, „aber ich freue mich darüber, dass in der Frage mein Name fällt.“

Die SPD hatte eigens eine „Personalfindungskommission“ eingerichtet, um geeignete Männer und Frauen für die Parteiführung aufzuspüren. Michael Groschek, noch amtierender Chef der NRW-SPD, und seine Stellvertreter stimmen sich in dem Zirkel eng ab mit Landesgruppenchef Achim Post und Frank Baranowski, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik.

Groschek ist auf Hartmann zugegangen

Zudem im Auftrag der Partei eingesetzt: die vier Regionalvorsitzenden Britta Altenkamp (Niederrhein), Norbert Römer (Westliches Westfalen), Stefan Schwartze (Ostwestfalen-Lippe) – und Hartmann (Mittelrhein), nun selbst heißester Anwärter auf den Chefposten im mitgliederstärksten SPD-Landesverband.

Mit Blick auf seine Nachfolge ist Groschek laut informierten Kreisen auf Hartmann zugegangen. Der 40-jährige SPD-Politiker habe sich n den drängenden Erneuerungsfragen der Partei mit wertvollen Beiträgen eingebracht, heißt es. Hartmann wirbt für einen „Programmentwurf, der über die Legislaturperiode hinausgeht“. Mutige Visionen sollten in der SPD einhergehen mit konkreter Verantwortungsübernahme.

Die SPD habe eine hoffnungsfrohe Idee der Zukunft, so Hartmann. Statt die Bürger zu ängstigen und Abstiegssorgen zu verbreiten „versprechen wir glaubhaft das bessere Morgen“. Daraus könne „eine Riesenchance für die Sozialdemokratie“ erwachsen.

Einiges für NRW herausgeholt

Hartmann zog 2013 und 2017 über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. In seiner Partei genießt er ein hohes Ansehen. Er gilt als „kluger Kopf“ und sei in der Lage, pointiert und gewitzt zu argumentieren. Man schätzt Hartmann außerdem für seine Geradlinigkeit. Er stehe zu seiner Meinung, auch wenn sich der Wind einmal dreht.

Der SPD-Politiker, wie Groschek gebürtig aus Oberhausen, ist verheiratet und lebt seit seiner Kindheit im Rhein-Sieg-Kreis. In dem für die Sozialdemokraten nicht ganz einfachen Unterbezirk ist er der Parteiführung schon früh aufgefallen. Verkehrspolitisch hat Hartmann im Bundestag einiges für NRW herausgeholt.

Vorgezogener Landesparteitag

Die SPD steckt in einem tiefgreifenden Erneuerungsprozess. Viele in der Partei dringen auf eine größere Unterscheidbarkeit im demokratischen Wettbewerb, vor allem mit Blick auf die CDU von Kanzlerin Angela Merkel.

Der Vorstand der NRW-SPD wird auf einem vorgezogenen Landesparteitag Ende Juni in Bochum neu gewählt. Als neue Generalsekretärin ist mit der SPD-Vizefraktionschefin Sarah Philipp eine der größten Hoffnungsträgerinnen des Landesverbandes im Gespräch. Für den Vorsitz in der Landtagsfraktion und die Nachfolge von Römer werden Marc Herter, Martin Börschel und Ex-Justizminister Thomas Kutschaty gehandelt.

Groschek hat im Juni 2017, kurz nachdem die rot-grüne Landesregierung abgewählt wurde, den Vorsitz der nordrhein-westfälischen SPD von Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übernommen. Der 61-Jährige hat sich von Beginn an als Übergangslösung gesehen.


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