RB 69 von Hamm nach Bielefeld Zu viele Fahrgäste? Eurobahn lässt Zug ausfallen

Von Sebastian Stricker

Erhöhtes Fahrgastaufkommen soll der Grund dafür gewesen sein, dass am Freitag ein Zug der Eurobahn von Hamm nach Bielefeld nicht fahren konnte. Foto: Eurobahn/Christian KösterErhöhtes Fahrgastaufkommen soll der Grund dafür gewesen sein, dass am Freitag ein Zug der Eurobahn von Hamm nach Bielefeld nicht fahren konnte. Foto: Eurobahn/Christian Köster

Osnabrück. Mit einer merkwürdigen Begründung hat die Eurobahn am Freitagmorgen Pendler und Reisende auf der Linie RB 69 stehen lassen. „Erhöhtes Fahrgastaufkommen“ soll die Ursache dafür gewesen sein, dass um 6.49 Uhr ein Zug von Hamm nach Bielefeld ausfiel.

Eurobahn-Kunden in der Region sind Kummer gewohnt. Immer wieder werden planmäßige Verbindungen urplötzlich gestrichen. Im gerade erst übernommenen Teutoburger-Wald-Netz zuletzt so oft, dass der Betreiber – ein deutscher Ableger der französischen Staatsbahntochter Keolis – deswegen bereits abgemahnt wurde. (Weiterlesen: Eurobahn nach Abmahnung unter Zugzwang)

Probleme in mehreren Netzen

Aber auch im benachbarten Hellweg-Netz tut sich die Eurobahn mitunter schwer. Auf der Linie RB 69 beispielsweise, die von Münster über Hamm nach Bielefeld führt, fielen nach Unternehmensangaben allein am Freitagmorgen drei Frühzüge aus. Eine prompte Erklärung dafür lieferte die Eurobahn nur in einem Fall. Die allerdings ließ aufhorchen: „Erhöhtes Fahrgastaufkommen“ soll der Grund dafür gewesen sein, dass der Zug um 6.49 Uhr von Hamm nach Bielefeld nicht fahren konnte.

So geht es zumindest aus offiziellen Einträgen bei Twitter sowie auf der Internetseite von Keolis Deutschland hervor. Aber kann das wirklich sein? Werden der krisengeschüttelten Eurobahn auf einmal ihre Kunden zu viel? Unsere Redaktion fragte nach – und fand heraus: Es ist alles nur ein Versehen. (Weiterlesen: Wütende Fahrgäste attackieren Zugpersonal der Eurobahn)

Textbausteine verwechselt

„Die Angabe ist totaler Quatsch“, versicherte Eurobahn-Sprecherin Danica Dorawa. Wahrer Grund für den Zugausfall sei eine technische Störung am Fahrzeug gewesen. „Das wurde einfach falsch ins System eingegeben.“ Offenbar geschah der Fehler in der Eurobahn-Leitstelle in Hamm, wo Mitarbeiter auch für die Fahrgastinformation zuständig sind. Meldungen zur Verkehrslage würden dort aus Textbausteinen zusammengesetzt, um Zeit zu sparen, erklärte die Sprecherin. Dabei sei es wohl auf die Schnelle zu einem Missgriff gekommen. (Eurobahn verspricht: Alles wird gut im Teutoburger-Wald-Netz)