Fußgängerin lebensgefährlich verletzt Autofahrerin lässt Opfer liegen und will Tat vertuschen

Von Yannick Richter

Überführte Unfallverursacherin: Die Untersuchung des Autos der 29 Jahre alten Fahrerin hat den entscheidenden Beweis gebracht. Foto: Polizei HerfordÜberführte Unfallverursacherin: Die Untersuchung des Autos der 29 Jahre alten Fahrerin hat den entscheidenden Beweis gebracht. Foto: Polizei Herford

Bünde. Die Polizei Herford hat einen Unfall, bei dem eine Fußgängerin Mitte Dezember in Bünde lebensgefährlich verletzt wurde, aufgeklärt. Obwohl die Unfallverursacherin versuchte, ihre Tat zu vertuschen, kamen die Ermittler der 29-jährigen Autofahrerin auf die Schliche.

Unfallflucht, unterlassene Hilfeleistung, Versicherungsbetrug, Vertuschung einer Straftat, Vortäuschen eines Wildunfalls – die Liste an Vergehen, für die sich eine Autofahrerin aus Rödinghausen verantworten muss, ist lang. Auslöser der Kette von Straftaten war ein Unfall am 14. Dezember in Bünde, den die Polizei Herford jetzt aufklären konnte.

Rückblick: Fußgängerin wird von Auto erfasst

Damals wollte eine 52-jährige Fußgängerin an der Klinkstraße einen Zebrastreifen überqueren, als ein dunkler Wagen sie erfasste. Die Frau wurde durch den Zusammenstoß auf den Boden geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Der Unfallverursacher machte sich jedoch aus dem Staub, ohne sich um die Schwerverletzte zu kümmern.

Polizei kommt Frau auf die Schliche

Wie ein Sprecher der Polizei am Freitag mitteilte, handelt es sich beim fliehenden Unfallverursacher um eine 29 Jahre alte Frau. Die Autofahrerin hatte zwar viel unternommen, um ihre Beteiligung am Unfall zu verschleiern. Nach mehreren Wochen intensiver Ermittlungsarbeit konnten die Beamten die Dame aber doch überführen.

Anderen Unfall vorgetäuscht

Um Spuren zu verwischen, meldete die Rödinghauserin noch am Unfalltag über den Notruf der Polizei einen Wildunfall. Bei der Haftpflichtversicherung gab sie an, dass ihre Windschutzscheibe durch einen Unfall mit einem Reh erheblich beschädigt worden sei und ersetzt werden müsste. Zudem ist der Jagdausübungsberechtigte beauftragt worden, nach dem verletzten Tier zu suchen, um den vorgetäuschten Wildunfall zu bescheinigen. Ihren Wagen brachte sie zur Reparatur in eine Werkstatt aus dem Landkreis Osnabrück.

Plan geht schief

Weil die Unfallverursacherin dort aber Spuren hinterließ, ging ihr ausgetüftelter Plan schief. Die Überprüfung des Fahrzeugs durch die Spurensicherung der Ermittler konnte anhand festgestellter Kleinstteile die Beteiligung an der Verkehrsunfallflucht bestätigen. Unter der Last der bedrückenden Beweiserhebung der Ermittlungskommission gestand die Autofahrerin letztendlich die Taten.

Straftaten haben Nachspiel

Nach ihrem Geständnis durfte die Ostwestfalin ihren Führerschein umgehend abgeben. Das ist aber wohl ihr kleinstes Problem, denn nach der Vielzahl der weiteren Straftaten droht ihr im härtesten Fall eine mehrjährige Haftstrafe. Die Ermittlungen dazu dauern weiter an. Das schwer verletzte Opfer des Verkehrsunfalls ist mittlerweile außer Lebensgefahr.