NRW-Flughäfen im Aufwind FMO mit kräftigem Plus bei den Passagierzahlen

NRWs größter Flughafen, der Airport in Düsseldorf, hat seine eigene Bestmarke um gut eine Million Passagiere übertroffen. Foto: imago/Christoph Hardt/Future ImageNRWs größter Flughafen, der Airport in Düsseldorf, hat seine eigene Bestmarke um gut eine Million Passagiere übertroffen. Foto: imago/Christoph Hardt/Future Image

dpa/lod Düsseldorf. Alle Flughäfen in Nordrhein-Westfalen steigerten 2017 die Zahl ihrer Fluggäste – obwohl mit Air Berlin ein wichtiger Kunde vom Markt verschwunden ist. Prozentual das größte Passagierplus verbuchte der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO).

Passagierboom an den Airports: An allen sechs Flughäfen in Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen gestartet oder gelandet als im Vorjahr. Nach Angaben der Flughäfen wurden insgesamt 42,6 Millionen Fluggäste in Düsseldorf, Köln/Bonn, Weeze, Dortmund, Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt gezählt – das bedeutet ein Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund: Die Wirtschaft brummt und die Menschen haben im Schnitt mehr Geld in der Tasche – und nutzen das auch für Flüge.

Prozentual das größte Plus verzeichnete Münster/Osnabrück, wo es einen Zuwachs von 23,2 Prozent auf 970.000 Passagiere gab, also um 190.000. Mit dem Prozentplus sieht sich der Flughafen auch bundesweit vorn, und zwar vor Erfurt und Nürnberg.

Laut dem Flughafen Münster/Osnabrück waren die Tourismusflieger 2017 der Antreiber für das Wachstum. Besonders die Flüge nach Mallorca (212.000 Passagiere, plus 30 Prozent) und Antalya (131.000, plus 30 Prozent) sorgten für das kräftige Plus. „Gerade bei den Türkeiflügen haben wir gegen den Trend gehandelt. Wir haben einen Sonderweg entgegen der Einschätzung der Branche eingeschlagen und hatten damit Erfolg“, sagte Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz der dpa.

Düsseldorf mit erneutem Rekord

Der Passagierboom in NRW ist umso bemerkenswerter, da mit Air Berlin eine wichtige Airline pleiteging – ihre letzten Maschinen starteten im Herbst. Das traf besonders den Düsseldorfer Flughafen – die Fluglinie hatte dort zuletzt einen Marktanteil von 30 Prozent. Dennoch erzielte der Airport seinen achten Rekord in Folge: NRWs größter Flughafen zählte 2017 rund 24,6 Millionen Passagiere – ein Plus von 1,1 Millionen Passagieren beziehungsweise 4,8 Prozent, was im NRW-Gesamtschnitt lag. „Wir werden die Lücke, die Air Berlin hinterlassen hat, bis zum Sommer 2018 geschlossen haben“, sagte ein Flughafensprecher. Das Frachtaufkommen stieg um 11,5 Prozent auf 120.000 Tonnen.

Der zweigrößte Flughafen im Westen, Köln/Bonn, knackte sowohl bei den Passagieren als auch bei der Luftfracht seine eigenen Höchstwerte: 2017 starteten oder landeten rund 12,4 Millionen Gäste – ein Zuwachs um vier Prozent (rund 500.000 Passagiere). Die Luftfracht stieg um sieben Prozent auf 840.000 Tonnen.

Krisenfeste Urlaubsziele ziehen

Der Dortmunder Flughafen knackte bei den Gästen die Zwei-Millionen-Marke – das hatte es nach Angaben des Airports zuletzt vor zehn Jahren gegeben. In Weeze gab es ein Plus von 1,7 Prozent auf 1,9 Millionen Passagiere, in Paderborn/Lippstadt lag der Zuwachs bei 5,1 Prozent auf 740.000 Fluggäste.

Der Flughafenverband ADV sieht die Branche weiter im Aufwind. „Die Wachstumsdynamik hat auf den internationalen Strecken zu Beginn der Winterflugplanperiode noch mal angezogen, weil Wettbewerber versuchen, die Angebotslücken durch den Air-Berlin-Marktaustritt sofort zu besetzen“, sagte auch ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel mit Blick auf die steigenden Passagierzahlen. „Wachstumsgaranten bleiben die Karibikziele und die krisenfreien Warmwasserziele auf der Mittelstrecke.“

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