Führerscheine weg und Anzeigen Polizei schreitet gegen Hochzeitskorso in Bielefeld ein

Von Thomas Niemeyer | 01.09.2019, 14:03 Uhr

Unbelehrbar waren offenbar Mitglieder einer Hochzeitsgesellschaft, die am Samstagnachmittag zunächst die Bielefelder Polizei, später die Autobahnpolizei und schließlich noch Staatsanwalt und Richter wegen diverser Delikte beschäftigte.

Am Nachmittag hatten sich laut Polizei mehrere Bürger bei der Leitstelle über eine Hochzeitsgesellschaft beschwert, die mit ihren Fahrzeugen eine Straße in der Bielefelder Innenstadt komplett blockierte. Vor Ort traf eine Streife tatsächlich 15 Fahrzeuge vornehmlich aus Norddeutschland und Belgien an, die den Durchgangsverkehr behinderten.

Bengalisches Feuer gezündet

Ein Fahrer aus Belgien zündete ein sogenanntes Bengalisches Feuer, womit der sich eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz einhandelte. Zudem kassierten die Beamten von dem belgischen Staatsbürger eine Sicherheitsleistung. Alle Mitglieder der Hochzeitsgesellschaft erhielten von der Polizei strikte Verhaltensregeln.

Die ignorierten sie jedoch. Denn nur wenig später meldeten mehrere Zeugen vom Ostwestfalendamm einen Hochzeitskorso, der Schlangenlinien fuhr und andere Verkehrsteilnehmer ausbremste. Von dort ging es weiter auf die Autobahn 2 in Richtung Dortmund. Streifenwagen der Autobahnpolizei Bielefeld und der Polizei Gütersloh fanden den Korso schließlich auf der Raststätte Gütersloh Nord vor.

Staatsanwalt und Richter einbezogen

Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass es sich um dieselbe Truppe handelte, die zuvor schon negativ in Bielefeld aufgefallen waren. Dank guter Zeugenaussagen, so die Polizei, konnten mehrere Tatvorwürfe gegen Teilnehmer des Korsos konkretisiert werden. Nach Rücksprache mit einem Staatsanwalt und einem Richter wurden die Führerscheine von vier Fahrern beschlagnahmt. Sie erhalten Anzeigen wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr. Die Weiterfahrt wurde ihnen untersagt.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durften die Fahrzeuge durch Ersatzfahrer zur Hochzeitsfeier nach Beckum überführt werden. Ob die Hochzeitsgesellschaft wie in den allermeisten dieser Fälle einen Migrationshintergrund hat, teilte die Polizei bislang nicht mit. Interessant besonders vor dem Hintergrund, dass NRW-Innenminister Herbert Reul gerade an diesem Wochenende fordert, dass künftig die Polizei grundsätzlich bei jedem Rechtsverstoß die Nationalität bzw. Herkunft des Verdächtigen nennen soll.

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