Zwei neue Tierärzte Landesregierung will Wolfsmanagement verbessern

Von dpa | 09.06.2016, 19:51 Uhr

Angesichts der zügigen Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen setzt die Landesregierung auf ein professionelleres Wolfsmanagement.

Das bereits seit längerem bestehende Wolfsbüro solle etwa um zwei Tierärzte ergänzt werden, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Donnerstag vor dem Landtag. Sie sollen schneller als bisher feststellen, ob im Falle eines gerissenen Nutztiers ein Wolf verantwortlich war. Auch die Beratung der Halter bei Schutzmaßnahmen für ihre Tiere gehöre zu den Aufgaben.

Zuletzt sorgte eine Wölfin in der Region Diepholz für Aufregung, weil sie überdurchschnittlich viele Nutztiere gerissen hatte. Weil in einem Großteil der Fälle kein ausreichender Schutz für das Vieh bestanden habe, sei von der Besenderung abgesehen worden, sagte Wenzel. Die Opposition kritisierte diese Entscheidung und forderte einen Leitfaden für artfremdes Verhalten von Wölfen. Dem Wolfsmanagement der Landesregierung fehle ein Konzept, hieß es in der Landtagsdebatte.

In Niedersachsen leben im vergangenen Jahr nach Erkenntnissen der Landesregierung 43 Wölfe. Zwischen 2008 und 2015 gab es laut einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion 114 Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere - mehr als die Hälfte davon allein im vergangenen Jahr.