Weitere 60 Kilometer im Emsland Marode Öl-Leitung nach Unfall Thema im Landtag

Von Dirk Fisser | 03.07.2014, 21:39 Uhr

Auf niedersächsischen Erdölfeldern kommen weit mehr kritische Leitungen zum Einsatz als bislang bekannt. Neben 40 Kilometern maroder Rohre auf dem Feld Georgsdorf in der Grafschaft Bentheim sind baugleiche Leitungen mit einer Gesamtlänge von etwa 60 Kilometern auf dem Feld Rühlermoor im Emsland verlegt. Das bestätigte Betreiber Exxon Mobil unserer Zeitung.

Ein Sicherheitsrisiko durch möglicherweise marode Rohre erkennt das Unternehmen aber nicht. „Wir sehen die Integrität sichergestellt“, sagte ein Exxon-Sprecher. Am vergangenen Samstag war eines der Stahlrohre mit Betonmantel geplatzt, 150000 Liter umweltschädliche Flüssigkeit liefen aus.

Austausch angelaufen

Der Sprecher versicherte, dass auf beiden Feldern der Austausch der veralteten Leitungen angelaufen sei. Während in der Grafschaft Bentheim bis 2016 alle betroffenen 40 Kilometer für rund 30 Millionen Euro erneuert werden sollen, seien im Emsland bis jetzt bereits bis zu 10 Kilometer ausgetauscht worden. Die restlichen 60 Kilometer würden im Zuge des Ausbaus der Erdölförderung folgen.

Im Falle des Feldes Georgsdorf bleibt dem Unternehmen noch etwas mehr als eine Woche, um den Aufsichtsbehörden ein Konzept zu präsentieren, wie die Erdölförderung in der Übergangszeit trotz maroder Rohre sicher betrieben werden soll. So lange ruht ein Großteil der Produktion.

Behördenchef informiert Politiker

Unterdessen beschäftigen die Problemrohre jetzt auch die Landespolitik. Auf Antrag der SPD-Fraktion ist das Thema auf die Tagesordnung des am Freitag tagenden Wirtschaftsausschusses des Landestages gehoben worden. Andreas Sikorski, Chef des L andesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) , wird die Abgeordneten zu den Vorgängen vom vergangenen Samstag auf dem Erdölfeld unterrichten. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde unserer Zeitung.