Weihnachtsgeschäft legt 2015 zu Oldenburgs Einzelhandel jubelt über volle Kassen

29.12.2015, 20:52 Uhr

Der Ansturm der Kunden im Weihnachtsgeschäft lässt die Kassen in der Innenstadt klingeln. Nur die Modebranche stöhnt: Für Mützen und Handschuhe war es zu warm.

Es begann schleppend, nahm dann Fahrt auf – und am Ende jubelten viele Einzelhändler über das Weihnachtsgeschäft 2015. „Die Stimmung reicht von gut bis sehr gut“, berichtet Georg Berensen, Geschäftsführer des Handelsverbandes Nordwest, über das Jahresendgeschäft in Oldenburg.

Nur die Modebranche stöhnt. Sie leidet ohnehin schon unter einem enormen Konkurrenzdruck, und „dann sind die Lager voll mit Winterware, und der Winter kommt nicht“, sagt Berensen. Die Folge waren frühzeitige Rabatte – sonst unüblich vor Weihnachten. Aber, sagt der Experte: „Wenn die Kälte kommt, kommen auch die Kunden.“ Wichtig werde der Winterschlussverkauf, der für die meisten am 25. Januar beginnt. „Bis Mitte Februar kann sich noch sehr viel Positives für die Modebranche entwickeln.“

Beliebt waren, wie üblich vor Weihnachten, Unterhaltungselektronikartikel und Spielsachen, aber auch hochwertige Lebensmittel und teure Küchenmaschinen. Zudem seien Geschenkkörbe wieder gefragt, sagt Berensen.

Mit den meisten Geschenken ließen sich die Leute aber Zeit. Der erste Adventssamstag enttäuschte die Händler, aber „dann fing es an zu brummen“, sagt Berensen. Die Prognosen hätten sich bestätigt: „Die Leute halten ihr Geld nicht fest.“ Berensen geht von zwei Prozent Wachstum im Vergleich zum Weihnachtsgeschäft 2014 aus. Und das nach einem Jahr mit ebenfalls sehr positivem Konsumklima – wohl Folgen von niedrigen Zinsen und einer hohen Beschäftigungsquote. Auch die übrigen Kommunen im Nordwesten könnten zufrieden sein. Auffällig: „Die Leute zieht es in die Zentren.“ Der Weihnachtseinkauf geriete immer mehr zu einem Erlebnis.

Zu dem wohl auch die Staus gehören – rund um die City wie auch in Richtung der ebenfalls sehr stark frequentierten Einkaufszentren am Stadtrand. „Oldenburg hat das noch gut gelöst“, sagt Berensen, die Baustellen waren weitestgehend Mitte November aufgelöst. Dennoch: Gerade an den Samstagen ging vielfach lange nichts mehr. Er habe selber mal geschlagene 30 Minuten für knapp drei Kilometer zum Büro gebraucht.

Auch die Parkplatzsuche produziert Verkehr. Denn obwohl Oldenburg im Normalfall über ausreichend Parkplätze verfügt – an Tagen wie den Adventssamstagen reichen sie oft nicht mehr. Der nächste große Kundenandrang wird am kommenden, verkaufsoffenen Sonntag erwartet. Als Parkplatz-Alternative bieten sich die Flächen der Weser-Ems-Hallen nahe dem Hauptbahnhof an. Dort gebe es „Parkplätze satt“, hatte die Geschäftsführung der Hallen als Reaktion auf erneute Forderungen nach mehr Parkplätzen mitgeteilt.