Weihnachtsgeschäft Bremer Einzelhandel hofft auf kaltes Wetter

Von Martin Kolbe | 13.12.2015, 21:37 Uhr

Rund 800 Millionen Euro Umsatz erhoffen sich die Bremer Einzelhändler vom Weihnachtsgeschäft. Doch weil das Wetter lange zu warm war, kommt es in diesem Jahr nur schleppend in Gang.

Das Weihnachtsgeschäft spült auch in Bremen alljährlich viel Geld in die Kassen des Einzelhandels. Rund 800 Millionen Euro Umsatz erwartet der Wirtschaftsverband Nordwest für das Land Bremen für die Monate November und Dezember. Davon sollen 700 Millionen auf die Stadt Bremen entfallen, wie der Verbandsvorsitzende Jan König sagte. Allerdings sei das Geschäft verhalten angelaufen.

Probleme machte dem Einzelhandel bisher das Wetter. Die Winterkleidung findet nur mäßigen Absatz, bestätigten König und auch Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City Initiative Bremen. „Es ist einfach noch zu warm. Insbesondere Männer gehen erst dann los, um Winterkleidung zu kaufen, wenn draußen Minusgrade sind“, sagte Halves. Der Kleidungskauf sei ein wichtiger Faktor im Weihnachtsgeschäft, auch wenn nur ein Teil der Waren unter dem Weihnachtsbaum lande. „So langsam wird das Wetter aus Sicht der Händler aber besser“, erklärte Halves weiter.

Der Einzelhandel beobachtet momentan gerade bei den Leuten eine Kaufzurückhaltung, die Weihnachten viel schenken könnten. „Der Trend geht bei wohlhabenderen Leuten hin zu sehr hochwertigen Geschenken. Besonders beliebt sind Karten für Veranstaltungen, bei denen man gemeinsam was erleben kann“, so Halves. Trotz allem sei für den Einzelhandel jetzt die Zeit, um Geschäfte zu machen.

Vergleichsweise gut läuft der Handel übers Internet. „Der Einzelhandel hat in diesem Jahr um zwei Prozent zugelegt. Der darin enthaltene Online-Bereich wuchs zweistellig, um elf bis zwölf Prozent“, sagte Wirtschaftsverbandschef König. Doch die Zahlen müssten ins Verhältnis gesetzt werden. „Man darf bei diesen Zahlen nicht vergessen, dass 90 Prozent der Einkäufe über das stationäre Geschäft ablaufen. Wenn es da zu einem Prozent Wachstum kommt, dann ist das mehr als bei einem Prozent Wachstum beim Online-Handel. Der hat ja nur etwa zehn Prozent Anteil“, sagt Halves.

Dennoch müsse jeder Einzelhändler online präsent sein. „Die Hälfte der stationären Käufe wird online vorbereitet“, sagt König. Gekauft wird meist vor Ort, wobei Städte mit breitem Angebot und Ambiente einen besseren Stand haben als ländliche Regionen. „Bei schlechtem Wetter profitieren auch Einkaufszentren, die schön überdacht sind“, so König. Einen Trend hin zur Aufgabe stationärer Geschäfte zugunsten des Online-Handels sei nicht festzustellen. „Sich da zu behaupten ist extrem schwer. Die großen Platzhirsche sind einfach zu stark“, so König.