Vögel nicht beim Nisten stören Wann dürfen Bäume und Hecken beschnitten werden?

Von Eva Voß | 01.07.2016, 11:33 Uhr

Viele Gartenbesitzer fiebern bereits dem Frühling entgegen und können es gar nicht abwarten, ihn wieder herrichten und nutzen zu können. Allerdings gibt es beim Baum- oder Heckenschnitt einiges zu beachten.

Bis zum Frühlingsbeginn sind es nur noch wenige Wochen. So mancher Gartenbesitzer fiebert den ersten Gartenarbeiten in diesem Jahr vermutlich schon entgegen. Dazu gehört meist auch das Beschneiden von Bäumen und Hecken. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn nicht alle Arbeiten sind zu jeder Zeit erlaubt.

Im Bundesnaturschutzgesetz (§39 Abs. 5 S. 2) heißt es: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vim 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Dieses Verbot gilt in Bezug auf Bäume allerdings nicht für private Haus- und Kleingärten, betont der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen . Für Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze gilt dagegen das Verbot des Bundesnaturschutzgesetzes. Zulässig sind allerdings „schonende Form- und Pflegeschnitte“, schreibt der Nabu.

Trotzdem appelliert der Verband an alle Hobbygärtner, auch Pflegeschnitte möglichst nicht in der Hauptbrutzeit der Vögel zwischen dem 1. März und dem 30. Juni durchzuführen: „Derzeit suchen bereits viele Singvögel nach geeigneten Nistplätzen im Schutz von Hecken. Sie können durch Schnittmaßnahmen sehr gestört werden“, schreibt der Nabu auf seiner Internetseite. Für den Naturschutzbund hat der spätere Hecken- und Baumschnitt Vorteile: Wer die Hecke sehr früh beschneidet, müsse das unter Umständen später im Jahr wiederholen, weil viele Pflanzen im Frühsommer noch einen zweiten Wachstumsschub hätten. Wer bis Juli warte, könne sich den zweiten Arbeitseinsatz sparen.

In jedem Fall appelliert der Nabu an Gartenbesitzer, vor dem Schnitt intensiv nach belegten Nestern in der Hecke zu suchen, um die Vögel nicht zu stören.

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