Verbraucherzentrale warnt Zocken Mobilfunkanbieter Flüchtlinge in Niedersachsen ab?

Von Christian Lang | 07.02.2017, 10:07 Uhr

Flüchtlinge in Niedersachsen werden beim Abschluss von Mobilfunkverträgen laut Verbraucherzentrale von einigen Anbietern über den Tisch gezogen. Hohe Rechnungen, Mahnungen und Inkassoschreiben seien die Folgen.

Seit einigen Monaten bietet die Verbraucherzentrale in Niedersachsen eine kostenlose Beratung für Flüchtlingen zum Thema Verbraucherschutz an. Das Thema, mit dem sich Asylbewerber besonders häufig bei dem Verein melden: Telekommunikation. „Rund die Hälfte der Rat suchenden Flüchtlinge hat Probleme mit einem Mobilfunkvertrag“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale.

In vielen Fällen hätten die Flüchtlinge hohe Rechnungen, Mahnungen oder gar Inkassoschreiben erhalten – ohne zu wissen, dass sie überhaupt einen Vertrag abgeschlossen haben. Dies sei Masche einiger Mobilfunkanbieter. „Nach unseren Erfahrungen nutzen einige Mobilfunkanbieter die mangelnden Sprachkenntnisse immer wieder aus, um Flüchtlingen einen Vertrag aufzuschwatzen“, wird Marvin Momberg, Koordinator des Projekts „Verbraucherschutz für Flüchtlinge“ bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, in der Mitteilung zitiert.

Verträge widerrufen

Doch in diesen Fällen hätten die Betroffenen oftmals die Möglichkeit, einen möglichen Schaden abzuwenden. Da sie bei Vertragsabschluss oftmals nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt wurden, können Verträge, die außerhalb des Shops abgeschlossen wurden, widerrufen und entstandene Kosten zurückgefordert werden, heißt es von Seiten der Verbraucherzentrale. Darüber hinaus hätten sich viele Anbieter einsichtig gezeigt, wenn nach Einschreiten der Verbraucherzentrale klar werde, dass ein Vertrag unbeabsichtigt geschlossen wurde.