Verbotenes Antibiotikum Belastetes Futter auch in Niedersachsen?

26.07.2014, 00:37 Uhr

mno/dpa Osnabrück. Möglicherweise mit Antibiotika belastetes Futtermittel eines niederländischen Produzenten ist entgegen früheren Angaben nicht nur nach Nordrhein-Westfalen, sondern auch nach Niedersachsen gelangt. Ob die Erzeugnisse verfüttert worden und Fleisch- oder Milchprodukte in den Handel gekommen sind, wird noch geprüft.

Wie Umwelt-und Landwirtschaftsministerium in Hannover am späten Freitagabend mitteilten, gingen rund 490 Tonnen Futtermittel eines niederländischen Erzeugers, der unter Verdacht steht, antibiotikaverseuchte Produkte ausgeliefert zu haben, an neun Betriebe in Niedersachsen. Dabei handele es sich vorwiegend um Betreiber von Biogasanlagen, aber auch an zwei Milchviehbetriebe in der Grafschaft Bentheim könnte das Futter gelangt sein, hieß es. Ob diese Lieferungen ebenfalls belastet waren, werde nun geprüft. Bis zu einer Klärung dürften die Getreideerzeugnisse weder verfüttert noch in Biogasanlagen eingesetzt werden.

In Produkten des niederländischen Herstellers war das in der EU verbotene Antibiotikum Furazolidon entdeckt worden. Eine Gesundheitsgefährdung durch den Konsum von Milch bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, teilte das Ministerium mit.

Die Information über die Lieferungen nach Niedersachsen sei über das EU-Schnellwarnsystem gekommen, teilten die Ministerien mit. Am Mittwoch hatte es vonseiten des Landwirtschaftsministeriums in Hannover noch geheißen , dass Betriebe in Nordrhein-Westfalen, nicht aber in Niedersachsen von den Lieferungen betroffen seien.

Am Freitag wurde bekannt, dass elf Schweinemastbetriebe aus den Kreisen Borken, Coesfeld und Kleve verseuchte Tiernahrung verfüttert haben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass betroffenes Fleisch in den Handel gelangt sei, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Die Betriebe seien gesperrt worden, sagte die Sprecherin und bestätigte damit Medienberichte.