Tier war in der Region unterwegs DNA-Analyse zeigt: Wanderwolf ist tot – Vom Lkw überfahren

Von Dirk Fisser | 23.07.2015, 11:51 Uhr

Der Wanderwolf ist tot. Das Tier, das durch die Region Weser-Ems, den Landkreis Emsland und die angrenzende Niederlande gestreift ist, ist bereits im April auf der Autobahn 7 nördlich von Hannover tot aufgefunden worden. Das teilte die Landesjägerschaft jetzt mit.

Demnach war das Tier auf der Autobahn von einem Lkw erfasst worden. DNA-Analysen hätten jetzt ergeben, dass es sich um denselben Wolf handelte, der Anfang des Jahres mehrfach in West-Niedersachsen gesichtet worden war und hier seine Spuren hinterlassen hatte. Im April ebbten dann die Sichtungsmeldungen ab. Nun ist klar, warum.

Kaum Scheu vor Menschen

Das Tier hatte für große Aufregung in der Region gesorgt. Passanten filmten und fotografierten den jungen Wolf viele Male. Dabei zeigte sich das Tier wenig scheu, trabte beispielsweise neben Autos her. Auch in den Niederlanden sorgte der Jungwolf für Wirbel. Holger Thieben hatte das Tier bei Geeste im Emsland gesichtet und berichtete unserer Redaktion, der Wolf sei ihm und seinen Kollegen sehr nahe gekommen: „Wir waren mit Forstarbeiten beschäftigt, als er am Dortmund-Ems-Kanal auftauchte.“ Bis auf drei Meter kam das Tier an die Arbeiter heran und trollte sich dann. „Er hat noch drei Rehen nachgestellt, aber nicht sehr ernsthaft“, berichtet Thieben. Angst hatten die Männer nicht. „Respekt ja, aber keine Angst. Das Tier wirkte irgendwie ratlos und rastlos.“ (Weiterlesen: Wolf bei Geeste-Varloh gefilmt) 

Nach Mitteilung der Landesjägerschaft handelt es sich bei dem Tier um einen männlichen Nachkommen aus dem sogenannten Munsteraner Rudel, das auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr lebt. Die Tiere stehen unter besonderer Beobachtung. Zwei Verwandte des tot aufgefundenen Wanderwolfes sind mit Bewegungssensoren ausgestattet worden, um so ihre Wanderrouten nachzuvollziehen. (Weiterlesen: Zweiter Wolf mit Sender überwacht) 

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