Tagung zu Wochenmärkten Gute Testnote für Markt am Ledenhof in Osnabrück

Von Joachim Göres, Joachim Göres | 22.06.2016, 08:14 Uhr

Die Kundschaft wird immer älter, die Umsätze erreichen nur noch ein Drittel des Wertes von vor 20 Jahren, viele Händler finden keine Nachfolger und geben auf.

In den letzten Jahren hat der Trend zu regionalen Produkten und zu Bio-Waren den Rückgang allerdings gestoppt. Das ist die Botschaft einer Tagung der Industrie- und Handelskammer Hannover zum Thema Wochenmärkte am Montag.

Dabei gibt es große regionale Unterschiede, zum Beispiel bei den Standgebühren, die zwischen null und neun Euro pro Quadratmeter liegen. „Die Händler müssen tendenziell dort am meisten zahlen, wo es den Kommunen wirtschaftlich schlecht geht“, sagt Sebastian Stahl, Niederlassungsleiter der Deutschen Marktgilde, mit mehr als 120 Standorten der größte private Betreiber von Wochenmärkten in Deutschland. Er schildert am Beispiel einer 10000-Einwohner-Gemeinde, was ein Obst- und Gemüsehändler nach sechs Stunden Verkauf und nach Abzug aller Unkosten verdient: 85 Euro.

„Das Grundsortiment auf unserem Wochenmarkt in Meppen ist vorhanden. Was fehlt, sind mediterrane Lebensmittel. Und ein größeres Brotangebot wäre gut“, sagt Ansgar Limbeck vom Stadtmarketingverein in Meppen. In dem Verein sind lokale Kaufleute organisiert, die ihren Markt – immer dienstags und samstags – für eine lebendige Innenstadt noch attraktiver machen wollen.

Dabei stoßen sie an Grenzen. „Für den Samstag kann man neue Händler nur bekommen, wenn man sie aus anderen Standorten abwirbt“, sagt Limbeck, der eingesteht: „Wir haben in den letzten Jahren ein paar Händler verloren, wegen fehlender Nachfolger. Im Sommer haben wir derzeit 20 Händler, im Winter sind es weniger.“ Zu den Kunden zählten vor allem Menschen „im gesetzten Alter“. Die Belebung der Innenstadt – das ist auch das Ziel von Daniela Bahr von der Wirtschaftsförderung Harlingerland aus Wittmund. Dort sind donnerstags gut ein Dutzend Markthändler vertreten.

Auf der IHK-Veranstaltung wurde das schlechte Erscheinungsbild vieler Märkte kritisiert. Lothar Geißler, Geschäftsführer der Fahrzeugwerke Borco-Höhns aus Rotenburg/Wümme, Europas größtem Hersteller von Verkaufswagen für Wochenmärkte: „Das Verkaufspersonal weiß häufig zu wenig über die Produkte Bescheid, die Präsentation der Ware lässt zu wünschen übrig.“ Geißler präsentierte in Hannover eine von ihm in Auftrag gegebene Studie: 41 Wochenmärkte in ganz Deutschland wurden in den letzten Jahren auf ihre Qualität hin getestet. Dabei schneidet der Markt in Osnabrück am Ledenhof überdurchschnittlich gut ab.

Bundesweit gibt es rund 50000 Markthändler und 3300 Wochenmärkte, davon 329 in Niedersachsen. Betreiber der Märkte sind meist die Kommunen – wie in Osnabrück und Umgebung, wo nur der Johannismarkt von der Interessengemeinschaft Osnabrücker Wochenmarktbeschicker organisiert wird. Gekauft werden auf Wochenmärkten vor allem Obst und Gemüse, gefolgt von Fleisch und Wurst sowie Brot und Backwaren. Während jeder Dritte über 60 dort einkauft, sind es bei den unter 50-Jährigen nur 14 Prozent.