Straße gesperrt Nach Kaufhausbrand in Bremen sucht Polizei weiter nach Brandstifter

Von dpa | 11.06.2015, 11:59 Uhr

Mehr als einen Monat nach dem verheerenden Kaufhausbrand in Bremen sucht die Polizei weiter nach dem mutmaßlichen Brandstifter. Die Straße vor dem Kaufhaus ist weiter gesperrt.

Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Eine Videokamera hatte kurz vor dem Feuer am 6. Mai im Haus einen maskierten Mann aufgezeichnet. Gegen ihn bestehe der Verdacht des schweren Raubes, der schweren Brandstiftung und des versuchten Mordes. Staatsanwaltschaft und Versicherung hatten zusammen eine Belohnung von 15 000 Euro für Hinweise auf den mutmaßlichen Täter ausgelobt.

Straße für Verkehr gesperrt

Bei dem Feuer war das traditionsreiche Textilgeschäft total ausgebrannt, zwei angrenzende Häuser wurden stark beschädigt. Es entstand ein zweistelliger Millionenschaden. Seit dem Brand ist die Einkaufsstraße „Am Wall“ für den Verkehr gesperrt. „Das wird aller Voraussicht nach noch vier Wochen dauern“, sagte Jens Tittmann, Sprecher beim Verkehrs- und Bausenator. Das Dach müsse zunächst „in Handarbeit“ abgetragen werden. Die durch den Brand morschen Balken könnten bei Wind abbrechen. „Auch ist nicht auszuschließen, dass Teile der Fassade einstürzen.“ Das sei zu gefährlich. Ziel sei es, die historische Fassade von 1909 zu erhalten, sagte Tittmann.

Überfall vor Brand?

Die Betreiber der Geschäfte am Wall sind trotz der Straßensperrung optimistisch: „Nach dem ersten Schock ist nun Aufbruchstimmung“, sagte Tim Heintzen, Sprecher der Wall-Werbe-Gemeinschaft. In den ersten Tagen nach dem Brand waren die Kunden weggeblieben. „Aber wir haben viele Stammkunden, die lassen uns nicht im Stich.“

Der Geschäftsführer des Textilkaufhauses hatte bei der Polizei ausgesagt, dass er in dem Haus vor dem Brand überfallen und in einem Raum eingeschlossen worden sei. Er habe sich aber befreien und die Videoaufzeichnungen mitnehmen können. Für Hinweise auf den mutmaßlichen Täter haben Staatsanwaltschaft und Versicherung zusammen eine Belohnung von 15 000 Euro ausgelobt.