Social Media in Schulen Niedersachsen gegen Facebook-Verbot für Lehrer

24.07.2013, 20:13 Uhr

ten/dpa Berlin/Hannover. Der Austausch von Lehrern und Schülern über Facebook ist einigen Kultusministern ein Dorn im Auge. In Niedersachsen können Lehrer auch künftig mit ihren Schülern über soziale Netzwerke kommunizieren. Baden-Württemberg, hat dies dagegen für Lehrer aus Datenschutzgründen eingeschränkt. Rheinland-Pfalz und Sachsen arbeiten an entsprechenden Regelungen.

Grundsätzlich setze Niedersachsen auf einen eigenverantwortlichen und <a href="http://www.noz.de/artikel/61256762/wie-lehrer-und-schueler-facebook-und-co-fuer-den-unterricht-in-der-region-nutzen">verantwortungsbewussten Umgang mit Facebook</a> und Co., sagte der Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums, Sebastian Schumacher, in Hannover. „Explizite Regelungen oder gar ein Verbot zum Umgang mit Facebook gibt es in Niedersachsen nicht und sind auch nicht geplant“, betonte der Sprecher. Die allgemeinen datenschutzrechtlichen Bestimmungen seien allerdings unbedingt zu beachten sind. Es dürften keine persönlichen Daten auf öffentlich zugänglichen Internetseiten erscheinen, sagte Schumacher. Außerdem müsse immer die Möglichkeit bestehen, die schulischen Informationen auch über einen anderen Weg zu bekommen.

In Nordrhein-Westfalen und Hessen etwa setzen die Minister auf das „amtsangemessene Verhalten“ der Lehrer. Auch die Bremer Bildungsbehörde will die Nutzung sozialer Netzwerke an Schulen nicht verbieten.Hamburg plant ebenfalls keine Vorschriften für Lehrer. Dagegen hat das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein bereits im vergangenen November den Einsatz sozialer Netzwerke eingeschränkt

Der Deutsche Philologenverband fordert bundesweit einheitliche Regeln für den Einsatz sozialer Netzwerke an Schulen. In einem Gespräch mit unserer Zeitung er klärte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger, es müsse nicht jedes der 16 Bundesländer eine Lösung finden. Er appellierte an die Kultuskonferenz (KMK) eine Arbeitsgruppe einzurichten, die in den nächsten drei Monaten eine Handreichung formuliere und an Beispielen Lösungen wie Probleme aufzeige.

Meidinger warnte vor einfachen Pauschallösungen beim Umgang mit Facebook. Wenn das Kultusministerium in Baden-Württemberg glaube, eine Kontaktsperre im Internet zwischen Lehrern und Schülern einrichten zu können, handele es weltfremd und blauäugig.

Auch sei es falsch, dass Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt würden. Wer in sozialen Netzwerken unterwegs sei, dürfe keine Vorteile haben, sagte der Verbandschef. Facebook sei schließlich erst für Dreizehnjährige zugänglich. Zudem gebe es Schüler, die aus Datenschutzgründen Facebook ablehnten oder auf Wunsch der Eltern zurückhaltend seien. Der Vorsitzende des Gymnasialehrerverbands trat dafür ein, dass Lehrkräfte nicht private Accounts bei sozialen Netzwerken für die Lehrer-Schüler-Kommunikation nutzten, sondern eigene Profile verwenden sollten, die eine Vermischung von Privatem und Dienstlichem verhinderten.