Seite offline Online-Shop „Migrantenschreck“ vertrieb illegale Schusswaffen

03.02.2017, 17:00 Uhr

Über einen inzwischen nicht mehr zugänglichen Online-Shop namens „Migrantenschreck“ sind nach Erkenntnissen der Berliner Staatsanwaltschaft verbotene Schusswaffen verkauft worden. Auch in Niedersachsen hat es Durchsuchungen bei mutmaßlichen Kunden gegeben.

Das habe eine Überprüfung ergeben, sagte Behördensprecher Martin Steltner am Donnerstag auf Anfrage. „Zeit Online“ hatte berichtet, dass auf der Seite Migrantenschreck.ru seit Mai 2015 mehr als 300 Schreckschusswaffen bestellt worden seien. Diese Details wollte Steltner nicht kommentieren.

Dem Medienbericht zufolge gab es Durchsuchungen bei mutmaßlichen Kunden der Webseite in mehreren Bundesländern – rund 40 Waffen seien gefunden worden. Mit ihnen könnten Hartgummigeschosse abgefeuert werden, die Menschen verletzen, unter Umständen aber auch töten könnten, hieß es.

In Niedersachsen fanden drei Durchsuchungen statt. „Eine in Delmenhorst, eine in Salzgitter und eine im Raum Hannover“, bestätigte Georg Ungefuk, Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Bei den drei Durchsuchungen in Niedersachsen seien unter anderem zwei Waffen und Munition sichergestellt worden. Die letzte Bestellung auf der Seite ist auf den 24. Januar datiert.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte bereits Anfang Dezember Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Seiten-Betreiber Mario Rönsch, einen Mann aus Erfurt, bestätigt. Ihm werden Waffenhandel, Volksverhetzung, Bedrohung und Nötigung vorgeworfen. Er wird dem rechten Spektrum zugeordnet und soll sich nicht mehr in Deutschland aufhalten. Er gilt als Galionsfigur in einer Szene, in der Flüchtlingsgegner, Putin-Anhänger und Merkel-Verächter zusammenkommen. Eine Spur hatte etwa nach Ungarn geführt.

Wie der Stern berichtet , organisierte der Seiten-Betreiber Demonstrationen und gilt als Vertreter der neuen Rechten. Auf seiner Webseite habe der Betreiber Angst geschürt. Außerdem seien die Waffen, die auf der Seite verkauft wurden, in Deutschland gar nicht zugelassen. Auch eine Erlaubnis zum Waffenhandel habe die Seite nicht gehabt.

Unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen wollte Steltner sich nicht weiter dazu äußern.