Sechs Millionen Euro vom Bund Audi nimmt E-Gas-Anlage in Werlte in Betrieb

Von Hermann Hinrichs | 26.06.2013, 04:07 Uhr

Der Autobauer Audi hat im emsländischen Werlte für rund 20 Millionen Euro die weltweit erste Anlage errichten lassen, die dazu in der Lage ist, in industriellem Maßstab (sechs Megawatt) Strom in erdgasgleiches Methan umzuwandeln. Am Dienstag ist das Werk auf dem Gelände einer Biogasanlage der EWE AG offiziell in Betrieb genommen worden. Bundesumweltminister Peter Altmaier gab in einer Videobotschaft bekannt, dass sein Haus das Projekt mit sechs Millionen Euro fördern wird.

Grundgedanke der Audi AG ist, überschüssigen Windstrom in „E-Gas“ (Methan) umzuwandeln und damit Autos anzutreiben, um so klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen. „Es geht darum, die Energiewende im Tank zu schaffen“, sagte Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung Audi AG .

Zugleich geht es auch um die Erprobung einer Speichertechnologie für Strom aus regenerativen Quellen. Laut Dr. Torsten Köhne vom Vorstand der EWE AG würden heutzutage Überschüsse im Netz durch Abregeln von Anlagen ausgeglichen oder den Export von zuvor hoch subventioniertem regenerativ erzeugten Strom ins Ausland, für den „dann auch noch ordentlich raufgezahlt werden muss, damit wir ihn loswerden“.

Mangold sieht die Anlage, die aus Wasser und Kohlenstoffdioxid das energiereiche Methan herstellt, auch diesem Anspruch durchaus gewachsen, da sie sich in kürzester Zeit hochfahren lasse. „Das Prinzip Power-to-Gas ist für das Speichern von Strom unschlagbar“, sagte Mangold dieser Technologie eine große Zukunft voraus.

Und auch Bundesumweltminister Peter Altmaier sprach von nicht weniger als einem „Stück Geschichte“, das die Audi AG schreibe. Er bezeichnete das Umwandeln von Strom in Gas vor dem Hintergrund der Energiewende als eine „Schlüsseltechnologie“. Dem pflichtete auch Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, bei. Er durchtrennte gemeinsam mit Heinz Hollerweger, Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeug, das symbolische rote Band.

Der Förderbetrag aus dem Umweltministerium soll dazu dienen, den Verbund des Werks mit der Biogasanlage zu optimieren. Laut Reiner Mangold könne die Biogasanlage als Wärmeabnehmer dazu beitragen, den Wirkungsgrad der Methanisierungsanlage von 54 Prozent auf über 70 zu steigern.

Wie Gesamtprojektleiter Hermann Pengg erklärte, läuft zurzeit die Prüfung der einzelnen Anlagenteile. Im August solle dann erstmals Methan produziert werden .