Parteiordnungsverfahren gegen Schröder Schröder darf in SPD bleiben: Anwalt zeigt sich „erleichtert“

Von Lars Laue | 08.08.2022, 16:55 Uhr 2 Leserkommentare

Für Schröders Anwalt war „keine andere Entscheidung zu erwarten“. Die SPD dürfe sich nicht in den Wind drehen.

Nach dem Entschluss der SPD-Schiedskommission, keine Sanktionen gegen Altbundeskanzler Gerhard Schröder wegen dessen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und zu russischen Energiekonzernen zu verhängen, hat sich Schröders Anwalt Professor Michael Nagel „erleichtert“ gezeigt.

„Von Beginn an distanziert“

„Es war keine andere Entscheidung zu erwarten. Herr Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder hat sich von Beginn an deutlich gegen den Krieg distanziert, die Entscheidung Russlands als Fehler bezeichnet. Womit ein parteischädliches Verhalten begründet werden sollte, erschloss sich mir zu keinem Zeitpunkt“, erklärte Nagel gegenüber unserer Redaktion.

„Gut für Deutschland“

Schröder habe darauf vertraut, „dass in der SPD die demokratischen Strukturen funktionieren und Vernunft und Sachlichkeit die Oberhand behalten“, betonte Nagel und fügte hinzu: „Er konnte das – das ist nicht nur gut für die SPD, sondern auch für Deutschland. Denn diese Partei versteht sich als eine der Stützen der deutschen Parteiendemokratie.“ Als eine solche dürfe sie sich nicht in den Wind drehen, ohne Gefahr laufen zu wollen, ihre Orientierung zu verlieren“, stellte Nagel auf Nachfrage klar.

Anwalt verteidigt Freundschaft zu Putin

Die SPD müsse daher ertragen können, dass Schröder sich als Altkanzler für eine Verhandlungslösung im Ukrainekrieg stark mache. Ebenso habe es die SPD auszuhalten, dass der Ex-Kanzler „dafür seine Möglichkeiten, die ihm dank der Freundschaft zu Wladimir Putin wie wenigen auf dieser Welt eröffnet sind“, nutze.

2 Kommentare
Jürgen Jaehner
Na Hauptsache, der Anwalt zeigt sich erleichtert, über dessen Moral- und Ethikvorstellungen weiß man ja nun Bescheid. Vielleicht sollte er im Angesicht dieses glänzenden Sieges Herrn Schröder für den Friedensnobelpreis vorschlagen, weil dieser ja so einen guten und freundschaftlichen Draht zu dem lupenreinen Autokraten hat und ihn sicherlich zum Umdenken bewegen kann. Nur wer sagt uns, dass er das...