Niedersachsen erarbeitet Konzept Mehr Geld für Kitas: Künftig drei Erzieher pro Gruppe?

Von Hans Brinkmann | 29.05.2014, 16:25 Uhr

Die niedersächsische Landesregierung will mit den Kommunen und anderen Trägern von Kindertagesstätten ein Konzept entwickeln, wie die in Aussicht stehenden zusätzlichen Finanzmittel in dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr für mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung eingesetzt werden können.

Das kündigte jetzt eine Sprecherin des Kultusministeriums in Hannover an. Wie berichtet, hat der Bund zugesagt, die Länder von der Beteiligung an den BAFÖG-Kosten zu befreien . Niedersachsen wird dadurch nach Angaben der Staatskanzlei ab 2015 um gut 113 Millionen Euro entlastet; wegen der vorgesehenen Erhöhung der BAFÖG-Sätze steigt diese Entlastung bis 2018 sogar auf 120 Millionen Euro jährlich.

Hinzu kommen Anteile aus dem Sonderprogramm für frühkindliche Bildung, das Berlin bundesweit von 450 Millionen auf eine Milliarde Euro aufgestockt hat. Zusammen mit Maßnahmen im Bereich der Hochschulfinanzierung kann Niedersachsen nach Darstellung der Landesregierung auf strukturelle Entlastungen von rund 150 Millionen Euro jährlich rechnen, die für mehr Qualität in der Bildung zur Verfügung stehen.

 Einen besonderen Schwerpunkt will das Land dabei in der frühkindlichen Bildung setzen , speziell für die Finanzierung einer dritten Kraft in Kinderkrippen. Die Opposition hatte diesbezüglich seit geraumer Zeit Rot-Grün unter Druck gesetzt; die Regierung verwies jedoch auf fehlende Finanzmittel, um dieses auf bis zu 150 Millionen Euro pro Jahr geschätzte Projekt realisieren zu können.

Gegenwärtig gibt es in Niedersachsen laut Kultusministerium rund 3000 Gruppen in Krippen für unter Dreijährige. Für die Gruppenleitung –immer eine Erzieherin oder ein Erzieher – und für eine zweite Kraft übernimmt das Land derzeit 52 Prozent der Betriebskosten. Ob für eine dritte Kraft ähnliche Konditionen gelten sollen, ist laut Ministerium ebenso offen wie ein etwaiger Stufenplan bei der Umsetzung.

In der Regierung geht man jedoch davon aus, dass letztendlich wohl mehr als 3 000 Fachkräfte zusätzlich benötigt werden. So verwies die Sprecherin des Kultusministeriums auf das gegenwärtig noch laufende Förderprogramm in Höhe von 80 Millionen Euro, mit dem bis zu 5 000 zusätzliche Krippenplätze geschaffen werden sollen.

Personelle Engpässe seien aber nicht zu erwarten, hieß es. Jedes Jahr schlössen gegenwärtig 2 100 Personen die Ausbildung an Fachschulen erfolgreich ab. Insgesamt seien in Niedersachsen derzeit 12 616 Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Ausbildungsziel Erzieher; zudem würden 7 500 Sozialassistenten an den Berufsfachschulen und 5 116 angehende Erzieherinnen an den Fachschulen Sozialpädagogik landesweit ausgebildet.

Im Übrigen seien zahlreiche Träger bereits mit einer dritten Gruppenkraft in Vorleistung getreten; hier trete nun künftig das Land mit in die Finanzierung ein.

Die CDU forderte, die eingesparten BAFÖG-Mittel im Hochschulbereich zu belassen und die dritte Kraft an Krippen anderweitig zu finanzieren.