Nicholas Cage als Stargast Oldenburger Filmfest startet: Vorhang auf, Film ab

Von Ole Rosenbohm | 12.09.2016, 22:58 Uhr

An diesem Mittwoch, 14. September, startet das Internationale Filmfest In acht Spielstätten sind 45 Filme und einige Stars zu sehen.

Mit Eröffnungsfilm und -gala in der kleinen EWE-Arena startet um 19 Uhr am morgigen Mittwochabend das 23. Internationale Filmfest Oldenburg. In acht Spielstätten sind dabei bis Sonntagnacht 45 ausgewählte Independent-Produktionen zu sehen. Filme abseits des Mainstreams, oft selten gutes Kino. Das strebt Festivalmacher Torsten Neumann an: eine Hommage ans Kulturgut Kino.

Eines aber wird Neumann während der fünf Tage garantiert nicht machen: Filme schauen. „Nein, dazu fehlt mir einfach die Ruhe“, sagt er. „Unmöglich, während des Festivals mal einfach zwei Stunden abzuschalten.“ Neumann hat ja auch genug im Vorfeld gesehen. 1500 eingesendete Filme sichteten er und sein Team. Manchmal vergeblich, wenn ein renommierteres oder finanziell leistungskräftigeres Festival den Oldenburgern die Premiere kurz vor Vertragsabschluss wegschnappte.

Eröffnung mit „„Strawberry Bubblegums“

Neumann schaffte es auch in diesem Jahr, ein zeigenswertes Programm auf die Beine zu stellen: Klar gehört die deutsche Produktion „Strawberry Bubblegums“ als Weltpremiere und Eröffnungsfilm dazu – eine Geschichte über eine 17-Jährige, die herausbekommt, vermutlich bei einem Pornodreh gezeugt worden zu sein und die sich mit einem alternden Livesex-Darsteller auf die Suche nach ihrem Vater macht. Samstag um 16.30 Uhr ist der Streifen auch in der Alten Fleiwa zu sehen.

Ohne Regisseur Benjamin Teske und Hauptdarstellerin Gloria Endres auf dem roten Teppich vor der Arena wäre „Strawberry Bubblegums“ als Festival-Starter nicht denkbar. Denn Festivals brauchen mehr als nur die Streifen, es braucht Ausstrahlung und Glamour, es muss Gesprächsthema in der internationalen Szene sein. Die Gästeliste als Lackmustest für den Bekanntheitsgrad. Dieses Jahr kennen sogar Nicht-Cineasten die Namen: Hollywood-Star Nicolas Cage („Wild at Heart“, „Leaving Las Vegas“) und Schauspielerin Amanda Plummer („Pulp Fiction“, „The Fisher King“) werden mit einer Auswahl ihrer Filme gewürdigt und am 16. September im Staatstheater mit dem „German Independence Honorary Award“ geehrt. Und vielleicht gibt es auch noch einen Oldenburg-Stern. Und zur Deutschlandpremiere der Doku „Foreign Affairs“ (Samstag, 19 Uhr, Sonntag, 14.30 Uhr, Exerzierhalle), in der Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn 18 Monate bei seiner Arbeit begleitet wurde, kommt der Protagonist höchstselbst. Die Retrospektive ist dieses Mal dem französischen Regisseur Christophe Honoré gewidmet.

„Selbst für Großstädter abwechslungsreich“

Dass die Gästeliste trotz des verhältnismäßig schmalen Budgets von 300000 Euro – in der Vorbereitung arbeiten bis zu 17, während des Festivals über 50 Personen am Gelingen – dennoch groß ist, hat sich Neumann in langen Jahren erarbeitet. Erst im Juni beim „LA Film Festival“ stellte er fest: Ja, man sei auch in Los Angeles bekannt. Weil das Programm liebevoll zusammengestellt ist, die Partys gut sind und weil, sagte Neumann einmal, Oldenburg fünf Tage lang selbst für Großstädter abwechslungsreich sein kann. Länger dürften sie aber nicht bleiben, wenn sie nicht merken sollten, dass sich ab jetzt alles wiederholen würde.

Karten sind an den Tageskassen der Kinos oder in der Bauwerkhalle am Pferdemarkt erhältlich. Einzeltickets kosten acht Euro, die Dauerkarte 45 Euro.