Neues Gutachten Sanierung der Oldenburger Gleishalle günstiger?

Von Ole Rosenbohm | 24.01.2017, 22:31 Uhr

Statt abrissreif in gutem Zustand: Eine Sanierung der über hundert Jahre alten Bedachung über den Bahnsteigen des Oldenburger Hauptbahnhofs ist offenbar weit weniger kompliziert als von der Deutschen Bahn AG (DB) angegeben.

Das stellte ein von der Stadt Oldenburg in Auftrag gegebenes Gutachten fest. Die im Jugendstil konstruierte Gleishalle, die die Deutsche Bahn noch vor wenigen Monaten am liebsten abreißen lassen wollte, sei in einem eigentlich guten Zustand, heißt es im Gutachten.

Laut den Autoren sei der Zustand der Stahlbauteile gut bis sehr gut. Die Dachkonstruktion sei in großen Teile rostfrei, die von der DB oft als Kostentreiber genannten Fundamente ebenfalls in Ordnung.

Die Rostschäden an Stützen und die an einigen Stellen undichten Entwässerungsleitungen führen die Autoren des Gutachtens auf eine mangelhafte Wartung durch die Besitzerin DB zurück. Insgesamt sei der Schadensumfang nur gering bis mäßig, eine Sanierung deshalb vertretbar.

Eine Schätzung der Sanierungskosten vermeiden die Autoren, bezeichneten die Angaben der DB aber als zu hoch. Die DB hatte die Sanierungskosten auf 50 Millionen Euro beziffert.

Die DB wollte nach einer Anfrage von Radio NDR 1 Niedersachsen keine Stellung zum Gutachten beziehen und verwies auf ein neues Gutachten, das derzeit in Abstimmung mit dem Eisenbahnbundesamt erstellt werde.

Erst im vergangenen November hatte die DB von ihren Abrissplänen Abstand genommen. Zuvor hatten sich die Stadtverwaltung, alle Ratsfraktionen und diverse Verbände wie die Oldenburgische Landschaft vehement gegen die Abrisspläne ausgesprochen.