Nach Verzicht auf Parteivorsitz McAllister heißt CDU-Kandidatenfrage an – unabsichtlich?

Meinung – Dirk Fisser | 19.06.2016, 18:52 Uhr

McAllister will nicht mehr: Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident wird nicht erneut für den Vorsitz der CDU Niedersachsen kandidieren. Nun steht die CDU vor einem unruhigen Sommer.

Der Verzicht McAllisters auf den Parteivorsitz der CDU Niedersachsen ist in zweierlei Hinsicht konsequent. Zum einen blieb der ehemalige Ministerpräsident in dieser Funktion nach seinem Wechsel in die EU-Politik ohnehin eher blass. Zum anderen heizt er damit die Kandidatenfrage für die kommende Landtagswahl zu einem strategisch klug gewählten Zeitpunkt an.

Wer jetzt Kandidat werden will, muss sich sputen, seinen Hut in den Ring zu werfen, bevor hinter den Kulissen alles entschieden ist. Denn es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass McAllister seine letzten Wochen in Amt und Würden als lahme Ente verbringt. Es entspräche eher dem gewieften Politiker, würde er versuchen, in seinem Sinne auf die Nachfolge Einfluss zu nehmen. Sympathien werden ihm für Ex-Kultusminister und Afrika-Rückkehrer Bernd Althusmann nachgesagt. So farblos McAllister zuletzt als Parteivorsitzender auch war, ist der Halbschotte immer noch eine der schillerndsten und einflussreichsten Figuren in der niedersächsischen CDU. Das wird er zu nutzen wissen.

Möglichen weiteren Kandidaten wie Bernd Busemann bliebe da wohl nur, auf einen Mitgliederentscheid zu pochen, wenn sie ihre Chancen wahren wollten. Zumindest intern steht die CDU vor einem unruhigen Sommer.