Nach dem Fahrraddiebstahl Rahmennummer, Codierung, Pass – Wie kriege ich mein Rad wieder?

Von Jörg Sanders | 27.01.2016, 07:00 Uhr

Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Niedersachsen hat in den vergangenen zehn Jahren zwar stark abgenommen, 2014 waren es aber immerhin noch 39.170 Fälle. Wie kriegt der Radler sein Rad wieder?

Helfen können Rahmennummer, Codierung und Fahrradpass. „Grundsätzlich empfehle ich ein sehr gutes und stabiles Schloss, angeschlossen an einen Bügel“, sagt Uwe Schmidt, 1. Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Kreisverband Osnabrück (ADFC). Das sei der beste Diebstahlschutz.

 Unterschied Rahmennummer und Codierung: Jedes Fahrrad verfügt über eine Rahmennummer. Diesen Code aus Buchstaben und Zahlen stanzen die Hersteller in den Rahmen, zumeist am Tretlagergehäuse („unter den Pedalen“) oder am Steuerrohr. Sie soll helfen, gestohlene Räder dem Eigentümer zuzuordnen. Das ist aber nur möglich, wenn dieser sein Rad bei der Polizei samt Rahmennummer registrieren ließ. Ohne diese Zuordnung kann die Polizei mit der Rahmennummer nichts anfangen.

Anders bei der Codierung: Diese wird dem Eigentümer des Rads direkt zugeordnet. Denn der in den Rahmen eingravierte Code setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen der Stadt, dem Gemeindecode des Ortes, einem Straßenschlüssel samt Hausnummer, den Initialen des Eigentümers sowie dem Jahr. Beispiel für eine Codierung für Max Mustermann, der in Osnabrück in der Rehmstraße 17 wohnt: OS0005710017MM16 (OS – 00 – 05710 – 017– MM – 16). Mit diesem Schlüssel kann die Polizei den Eigentümer umgehend ausfindig machen. „Manche [Fahrraddiebe] mag das durchaus abschrecken“, sagt Schmidt. Dennoch bieten Fachgeschäfte und Polizei diesen Service kaum noch an. In Osnabrück etwa nimmt nur noch der ADFC Codierungen vor, für Mitglieder kostenlos, ansonsten für fünf Euro. Nötig sind Eigentumsnachweise.

Ein Weiterverkauf des codierten Fahrrades sei problemlos, versichert Schmidt. „Das ist kein Hindernis, einfach den Verkauf der Polizei melden.“

 Wie sähe Ihr Code aus? Prüfen Sie hier es mit dem ADFC-Codegenerator 

 Der Fahrradpass: Die Rahmennummer ist nur sinnvoll, wenn die Polizei sie kennt. Das geschieht am besten mit einem Fahrradpass, den Radler im Internet herunterladen können oder direkt bei der Polizei bekommen. Darin sollten Eigentümer ihre persönlichen Daten sowie Rahmennummer und andere Details zum Rad angeben. Dem ADFC zufolge finden dennoch 90 Prozent der Räder mit Rahmennummer nach einem Diebstahl nicht zu ihren Eigentümern zurück, weil diese das Rad nicht eindeutig beschreiben könnten. Daher ist eine möglichst genaue Beschreibung des Rads sinnvoll, möglichst samt Fotos. Fahrradfahrer in Niedersachsen können den ausgefüllten Pass bei der Polizei abgeben oder per E-Mail schicken (fahrrad@pi-el.polizei.niedersachsen.de). 

 Hier können Sie ein Faltblatt der Polizei samt Fahrradpass herunterladen. 

 Die Fahrradpass-App: Den Fahrradpass gibt es inzwischen auch digitaler Form als kostenlose App für Smartphones. Sie ist erhältlich für Android-Geräte sowie für Apple-Smartphones mit iOS. Der Nutzer kann in der App all seine Räder aufnehmen und detailliert beschreiben. Auch Fotos verwaltet die Anwendung. Die ausgefüllten Pässe können per E-Mail als Text- oder PDF-Datei verschickt werden. So erhält auch der Hausratversicherer nach einem Diebstahl umgehend alle relevanten Daten.

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