Ministerium veröffentlicht Erlass Für mehr Tierschutz: Land schaut Hühnern auf die Füße

Von Dirk Fisser | 18.07.2014, 14:55 Uhr

Jetzt ist es amtlich: Das Land Niedersachsen schaut den Masthühnern künftig auf die Füße. Wie das Landwirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, hat Agrarminister Christian Meyer (Grüne) einen entsprechenden Erlass herausgegeben, über den unserer Zeitung bereits im Januar berichtet hatte.

Demnach werden in Schlachthöfen künftig die Fußballen der Hühner kontrolliert. Treten hintereinander bei mehr als 20 Prozent der Tiere schwere Verletzungen an den Füßen auf, muss der Bauer die Besatzdichte im Stall, maximal erlaubt sind derzeit 39 Kilogramm pro Quadratmeter, senken. „Nur bei gutem Zustand der Hühner darf die gesetzlich zulässige Besatzdichte vom Tierhalter auch weiterhin genutzt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Meyer: Niedersachsen Vorreiter

Minister Meyer lobt die Vorbildfunktion Niedersachsens in dieser Angelegenheit. Die neuen Regeln seien gemeinsam mit Politik, Experten, Tierschützern und Geflügelbranche im Rahmen des Tierschutzplanes (hier ein PDF) erarbeitet worden. Die Behörde kündigte an, dass der Erlass im Herbst auch auf die Putenhaltung ausgeweitet werden soll.

 Bereits im Januar hatte der Vorsitzende der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke, in unserer Zeitung die Regelung „grundsätzlich begrüßt“. Die zugrunde liegenden Messverfahren und Richtwerte zu Fußverletzungen bei Hühnern seien von der Geflügelwirtschaft entwickelt worden. Er warnte allerdings davor, „zu viel Verwaltungsaufwand daraus zu machen“.