Männer rufen Staat aus Fantasiestaat: Gemeinde Coevorden räumt das „Wonderland“

11.12.2015, 12:47 Uhr

Zwei Wohnwagen, zwei Männer und ein Hund mitten in einem Gewerbegebiet: Ein Ziel: An der deutsch-niederländischen Grenze haben sie einen Landstreifen mit Fähnchen abgesteckt und den Fantasiestaat „Wonderland“ ausgerufen. Jetzt rückte die Polizei an. Das Ende vom Lied: Räumung.

 Von Andre Berends 

Das „Wonderland“ im Europark zwischen Emlichheim und Coevorden ist am Freitagmorgen geräumt worden. Mitarbeiter der Gemeinde Coevorden entfernten die beiden Wohnwagen und die Vorzelte. Der an diesem Tag einzigen Bewohner des „Wonderland“ wurde um 8.15 Uhr auf dem Schlaf gerissen. Er verließ das Grundstück freiwillig. Die Räumung erfolgte ohne Zwischenfälle und war nach einer halben Stunde beendet. Die Wohnwagen stehen nun auf dem Bauhof der Gemeinde Coevorden.

„Thema ist noch nicht erledigt“

Acht Polizisten aus Emlichheim und zwei Beamte aus Coevorden begleiteten die Aktion in dem deutsch-niederländischen Gewerbegebiet, ohne einschreiten zu müssen. Der 47-jährige Mann des „Wonderland“ wurde auf eigenen Wunsch zu einer Tankstelle in Coevorden gebracht. Von dort aus versuchte er zunächst vergeblich, mit seinen Mitstreitern Kontakt aufzunehmen. Das Thema sei noch nicht erledigt, sagte er.

Eigener Staat ausgerufen

In den vergangenen Tagen war es um das „Wonnderland“ zunehmend ruhig geworden. Eine Gruppe von Weltverbesserern hatte dort einen eigenen Staat ausgerufen ( Weiterlesen:Fantasiestaat „Wonderland“ an deutsch-niederländischer Grenze ) . Sie sind der Überzeugung, dass das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück weder Deutschland noch den Niederlanden gehört und bei der Vermessung der Grenze einst vergessen wurde. Das sieht man in den Rathäusern von Emlichheim und Coevorden anders. Die Fläche sei deutsches Hoheitsgebiet, das im Besitz der Gemeinde Coevorden ist, heißt es. Ein benachbartes Unternehmen möchte sich auf diesem Grundstück, das über mehrere Wochen besetzt war, erweitern.

Weitere Landnahmversuche verhindern

Die Gemeinde Coevorden werde das Geländes des nun ehemaligen Fantasiestaats im Blick behalten und weitere „Landnahmeversuche“ unterbinden, teilte ein Mitarbeiter des Rathauses mit. Möglicherweise werde die Fläche dann auch von einem Zaun eingefasst.