Landkreise lehnen Vorhaben ab West-Niedersachsen: Niederlande sollen Fracking-Pläne stoppen

Von Dirk Fisser | 09.07.2014, 20:39 Uhr

Der Westen Niedersachsens ist sich einig: Die Niederländer sollen möglichst ihre Pläne zum Fracking im grenznahen Gebiet beerdigen. Die Landkreise Aurich, Leer, Emsland und Grafschaft Bentheim haben sich geschlossen gegen Fördervorhaben von Schiefergas ausgesprochen – und stehen damit nicht alleine.

Mehrere Tausend Widersprüche von Kommunen, Verbänden und Bürgern allein aus Deutschland gingen bis Mittwoch beim Wirtschaftsministerium in Den Haag ein – wie viele genau, will die niederländische Regierung erst in einigen Tagen bekannt geben.

Den Haag will unter dem Titel „Strukturvision Schiefergas“ bis 2015 Möglichkeiten ausloten, die Förderung per Fracking auszubauen. Ein großer Teil der potenziellen Schiefergasvorkommen wird allerdings unmittelbar an der deutschen Grenze vermutet (siehe Karte). Die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hatten bereits öffentlich Bedenken geäußert, jetzt folgten auch die Landkreise im Zuge der offiziellen Möglichkeit zur Stellungnahme.

„Irreparable Folgen“

Aus dem Kreishaus in Meppen hieß es beispielsweise, es sei „nicht auszuschließen, dass auch maßgebliche und möglicherweise irreparable Folgen für den Landkreis Emsland entstehen könnten“. Nutzen und Risiko stünden in keinem Verhältnis. Sollten die Niederländer dennoch an ihren Plänen festhalten, sollten sie auch nachweisen, dass keine grenzüberschreitenden Nebenwirkungen auf Mensch und Umwelt zu erwarten seien – auch nicht durch Erdbeben, die das Fracking auslösen kann.

Friedrich Kethorn, Landrat der Grafschaft Bentheim, forderte die Einhaltung einer Pufferzone zu Niedersachsen, um mögliche Auswirkungen abzufedern. Zudem erinnerte der CDU-Politiker daran, dass Grundwasser keinen Halt vor Staatsgrenzen mache. Trinkwasservorkommen auf deutscher Seite dürften nicht durch das niederländische Fracking gefährdet werden.

Bund und Länder können sich erst im nächsten Schritt des Verfahrens nach europäischem Recht regulär äußern, wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums sagte. Die „Strukturvision“ ist allerdings nicht nur in Deutschland umstritten. Auch in den Niederlanden regt sich Protest. Die Provinz Gelderland beispielsweise will Fracking in ihren Grenzen in den kommenden zehn Jahren nicht zulassen, gab sie kürzlich bekannt. (Mit dpa)