Kosten von 30 Millionen Euro Bekommt Oldenburg ein neues Stadion?

Von Ole Rosenbohm | 31.05.2017, 23:22 Uhr

In Oldenburg soll nach dem Willen von Fußballfans und Oberbürgermeister ein drittligataugliches Stadion gebaut werden. Allerdings: Für den heimischen VfB ist der Weg nach oben weit.

Ein neues Fußballstadion auf dem Gelände der Oldenburger Weser-Ems-Hallen ist machbar – zu diesem Ergebnis kommt eine von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebene und gestern vorgestellte Studie des Büros Albert Speer und Partner. Die Kosten würden sich auf etwas über 30 Millionen Euro belaufen: 19 Millionen netto für das Stadion, 11,9 Millionen für die Infrastruktur, bei der allein ein für 880 Fahrzeuge konzipiertes Parkhaus 8,2 Millionen Euro verschlingen würde.

Das vorgestellte Modell sieht ein Fassungsvermögen von 10.400 Zuschauern vor, darunter 4200 Stehplätze und Logen für 650 Personen. Theoretisch wäre es auf 15000 Zuschauer erweiterbar und würde damit die Voraussetzungen für die Zweite Liga erfüllen. Angedacht ist ein auch für Konzerte nutzbares Fußballstadion mit vier überdachten Tribünen.

Die Diskussionen um ein Stadion bewegen Oldenburg seit 1991, als der schon in Zweiter und auch Fünfter Liga spielende VfB seine angestammte Heimat im Stadtteil Donnerschwee – die „Hölle des Nordens“ – nach Verkauf verlassen musste. Seitdem spielt der heute in der viertklassigen Regionalliga ansässige Club im städtischen und von Anhängern aufgrund der Weitläufigkeit ungeliebten Marschwegstadion.

Altes Stadion sanierungsbedürftig

Weitere Defizite dort: Das bis 1951 auf einer Mülldeponie errichtete Marschwegstadion ist trotz erfolgter Investitionen stark sanierungsbedürftig, es besitzt kein Flutlicht und wäre schon aus Lärmschutzgründen keinesfalls drittligatauglich. Und in die Dritte Liga will der VfB – auch wenn der Weg dorthin angesichts des neunten Platzes in der gerade abgelaufenen Saison und steter finanzieller Sorgen noch sehr weit scheint.

Mit der Machbarkeitsstudie hat der Rat der Stadt nun erstmals eine konkrete Grundlage. Entscheiden muss er, ob sich die Stadt den Bau und auch den Unterhalt – geschätzte Betriebskosten bis zu zwei Millionen Euro jährlich – leisten will. Hilfe von außen ist unwahrscheinlich: Investoren sind nicht in Sicht. Und: Die als Betreiberin infrage kommende Weser-Ems-Hallen GmbH gilt vor allem seit der letzten Erweiterung der Hallen in 2014 als finanziell stark angeschlagen.

Das weiß auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD), der stärkste Befürworter der Stadionidee. Für ihn wäre eine Entscheidung für das Stadion eine zukunftsträchtige. Spitzenfußball, sagt er, wird in Oldenburg auch in 30 Jahren gespielt – keinesfalls aber im Marschwegstadion.