Konkurrenz zum FMO Planung für Flughafen Enschede geht weiter - Stadt und Provinz übernehmen Gelände

Von dpa | 01.12.2010, 17:31 Uhr

In den Niederlanden ist ein weiterer Schritt für einen Regionalflughafen unweit der deutschen Grenze in Enschede gemacht worden. Die Stadt und die Provinz Overijssel übernahmen am Mittwoch für knapp 30 Millionen Euro das Gelände des ausgedienten Militärflughafens vom Staat. Anfang kommenden Jahres beginne die Ausschreibung, mit der ein Investor gefunden werden solle, sagte eine Sprecherin der Planungsgesellschaft.

Bei erfolgreicher Suche starte der Ausbau des Flughafens Mitte 2012. Staatliche Subventionen sind dabei nicht vorgesehen. In Deutschland stößt das Projekt wegen seiner Nähe zum Flughafen Münster/Osnabrück und befürchteten Fluglärms auf Kritik.

Erst mit Start des Ausschreibungsverfahrens rechnet die Planungsgesellschaft mit konkreten Angeboten möglicher Investoren. Im Sommer bereits war von mehreren Interessenten die Rede gewesen. Die türkische Investorengruppe YDA, die zwei Flughäfen in der Türkei besitzt, hatte Investitionen von 200 bis 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zur Bedingung hatte YDA aber die Verlagerung eines Teils des Charterverkehrs von Schiphol und Steuervergünstigungen für ab Enschede startende Airlines gemacht. Die niederländische Luftwaffe hatte unterdessen angekündigt, ihren ehemaligen Stützpunkt bei einem zivilen Weiterbetrieb erneut gelegentlich nutzen zu wollen.

Konkurrenz zum FMO

Die niederländische Grenzregion verspricht sich von dem Flughafen einen wirtschaftlichen Impuls und rund 2700 neue Arbeitsplätze. In Westfalen und Niedersachsen sieht man in dem Flughafen eine unsinnige Konkurrenz zu dem rund 60 Kilometer Luftlinie von Enschede entfernten Flughafen Münster/Osnabrück.