Komplettabsage am Samstag Hurricane Festival geht erst am Sonntag weiter

Von Svenja Kracht und Sebastian Philipp | 25.06.2016, 14:47 Uhr

Das Hurricane Festival in Scheeßel soll am Sonntag nach Angaben der Veranstalter fortgesetzt werden. Weil weite Teile des Veranstaltungsgeländes unter Wasser stehen, fiel das Programm am Samstag buchstäblich ins Wasser.

Nach Gewitter und Regen am ersten Veranstaltungstag startete der Samstag mit einer Unwetterwarnung der Veranstalter an die rund 75 000 Musikfans. Am frühen Morgen begann der Regen - begleitet von Donner und Blitzen. Bis zum Abend beruhigte sich die Lage nicht entscheidend. „Es gibt keine Überlegungen das Festival abzubrechen“, sagte Katja Wittenstein, Sprecherin des Veranstalters FKP Skorpio am Mittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Bisher sei es lediglich am regnen – und mit Regen könne das Hurricane umgehen. Das „Southside Festival“ in Tuttlingen wurde bereits wegen des Unwetters abgebrochen.

„Von einer Wetterlage wie in Tuttlingen kann in Scheeßel nicht die Rede sein“, so Wittenstein. Die Festival-Besucher seien vom Regen überrascht worden, als sie eh noch in ihren Zelten waren.

„Veranstalter geben sich die allergrößte Mühe“Weil der Regen bis zum Abend nicht nachließ, wurde die Öffnung des sogenannten Infields - dem eigentlichen Veranstaltungsbereich - immer weiter verschoben. Zunächst hieß es, die Konzerte sollten um 15 Uhr starten, später peilten die Veranstalter 20 Uhr an. Doch das Wetter wollte nicht mitspielen: Da große Teile der Besucherbereiche vor den Bühnen einer Seenlandschaft glichen, gab es gegen 21 Uhr Gewissheit - auch das restliche und auf wenige Bands zusammengeschrumpfte Programm kann nicht stattfinden. Nach Angaben der Veranstalter sei die Entscheidung zum Ausfall des Samstagsprogramms gemeinsam mit Behörden und beteiligten Organisationen getroffen worden. Unter anderem die Auftritte von The Prodigy und Editors fielen so den Wassermassen zum Opfer. 

Sebastian Philipp, Redakteur bei der Neuen Osnabrücker Zeitung, ist zum Hurricane Festival nach Scheeßel gereist und berichtete am Samstagmittag von den Wetterverhältnissen vor Ort: „Es regnet seit Stunden und teilweise ist das Gelände schon grenzwertig. Vor allem auf den Zeltplätzen. Aber noch ist alles im Rahmen. Wer ohne Gummistiefel hier ist, hat aber verloren.“ Schon am Samstagvormittag reisten etliche Besucher ab, weil die Zeltplätze teilweise knöcheltief unter Wasser standen und die Wettervorhersage wenig Hoffnung auf Besserung verbreitete. 

„Die Veranstalter geben sich die allergrößte Mühe, um alles am Laufen zu halten. Auch die Informationspolitik ist gut, sei es über den Radiosender, die App oder Facebook“, sagte Philipp.

Am Sonntag soll das Programm forgesetzt werden. Bis dahin, so hoffen die Veranstalter, soll das Gelände wieder begehbar sein. Immerhin müssen die Festivalbesucher bis dahin nicht vollkommen auf Musik verzichten: Ein Discobereich wurde am Samstagabend soweit hergerichtet, dass dort getanzt werden konnte.

Seit dem Anreisetag am Donnerstag gewitterte und regnete es immer wieder, das Gelände verwandelte sich vielerorts in eine Matschpiste. Um ein Festivalzelt herum bildete sich ein regelrechter See. Verletzt wurde laut Veranstalter niemand. Am Freitag mussten Unwetterschäden beseitigt und im Programmablauf improvisiert werden. Künstler wie Jennifer Rostock und Haftbefehl oder Bands wie Emil Bulls konnten wegen einer zweistündigen Unterbrechung nicht auftreten. Statt vor den Bühnen oder auf dem Campingplatz zu feiern, legten Besucher ein Hupkonzert auf den Parkplätzen ein. Eine Sondergenehmigung der Gemeinde machte möglich, dass sich der Ablauf bis in die Nacht hinein verschob, sodass Bands wie AnnenMayKantereit wie geplant auftraten. Auch bei Rammstein, K.I.Z und Pennywise war es voll vor den Bühnen.

Das Wetter meint es in diesem Jahr nicht gut mit den großen Festivals: Anfang Juni war Rock am Ring ebenfalls abgebrochen worden. Bei Unwettern wurden 71 Menschen verletzt. (mit dpa)