Kommentar zu Immobilienpreisen Der unerfüllbare Traum vom Eigenheim

Meinung – Katharina Ritzer, Katharina Ritzer | 29.12.2016, 20:00 Uhr

Wenn es mehr Nachfrage als Angebot gibt, steigen die Preise – dies gilt auch und vor allem für Immobilien in stadtnahen Lagen. Das ist vor allem für junge Familien ein Problem, denn ohne Erbe oder üppigen Doppelverdienst bleibt das Eigenheim unerschwinglich.

Welche Irrungen und Wirrungen die deutsche Geschichte auch genommen hat, eine feste Größe hat Teilung und Wiedervereinigung, Abschaffung der D-Mark, Einführung des Euro und alle Wirtschaftskrisen überstanden: das Grundbuch. Anders als bei Aktien oder Lebensversicherungen kennt der Wert der Immobilie seit Jahrzehnten nur eine Richtung – nach oben.

Diese Dynamik wird aktuell noch verstärkt durch das billige Geld und den Wunsch gerade junger Familien, möglichst inmitten oder nah an einer lebendigen Stadt zu wohnen. Und zwar im eigenen Haus oder zumindest der eigenen Wohnung. Was daraus folgt, ist klar: Die Nachfrage übersteigt das Angebot, die Preise klettern und klettern.

Bei aller Preistreiberei und allen Warnungen vor einer Immobilienblase gilt aber gestern wie heute die alte Faustregel von den drei guten Gründen für eine Immobilie: 1. die Lage. 2. die Lage. 3. die Lage. Hinzu kommt neuerdings eine vierte: Die Familien müssen überhaupt erst einmal in der Lage sein, Haus oder Wohnung zu bezahlen. Denn wer nichts erbt oder keinen extrem gut bezahlten Job hat, der kann sich eben keinen eigenen Kamin leisten. Und dann bleibt der Traum vom Eigenheim genau das – ein Traum.