„Kleinstleckage“ Meldepflichtiger Zwischenfall im AKW Grohnde bei Hameln

Von PM. | 22.12.2014, 18:24 Uhr

Der Betreiber des AKW Grohnde hat die Niedersächsische Atomaufsicht über einen meldepflichtigen Zwischenfall im Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln informiert. Die „Kleinstleckage“, so die E-ON Kernkraft GmbH, hätte keinen Einfluss auf die Sicherheit gehabt.

Im Rahmen einer Begehung sei die Leckage an einer Rohrleitung im System zur Behandlung radioaktiver Abwässer entdeckt worden. Das Rohrleitungsstück wurde zunächst abgedichtet und wird im nächsten Schritt für eine Untersuchung herausgetrennt.

Das Vorkommnis liege laut E-ON unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken (’Stufe 0‘).

Der Druckwasserreaktor mit einer Leistung von rund 1.430 Megawatt ging Anfang 1985 ans Netz. Nach derzeitigen Stand wird das AKW am 31. Dezember 2021 seine Betriebsgenehmigung verlieren und dann abgeschaltet. Im April 2006 wurde auf dem Gelände ein Zwischenlager mit 100 Stellplätzen für Castoren für abgebrannte Kernbrennelemente in Betrieb genommen.

Kritiker halten Grohnde für den „Störfall-Spitzenreiter unter deutschen AKWs.“ Schon vor der offiziellen Einweihung sei ein Kabel im Generator durchgeschmort. Zuletzt gab es im März 2014 Probleme mit der Beckenkühlpumpe. 

Das Niedersächsische Umweltministerium will das Ereignis im AKW Grohnde gründlich prüfen. Bei der Vorlage der Untersuchungsergebnisse wird das Ministerium über die weitere Hinzuziehung von Sachverständigen entscheiden.