In Moschee aufgefallen Mutmaßliche Gotteskriegerin aus Hildesheim klagt gegen Ausreiseverbot

Von dpa | 13.02.2017, 12:20 Uhr

Eine vom Landeskriminalamt (LKA) als potenzielle Dschihadistin eingestufte Libanesin aus Hildesheim klagt gegen ein einjähriges Ausreiseverbot der Stadt.

Das Verwaltungsgericht Hannover verhandelt am Mittwoch über den Fall der dreifachen Mutter, die laut LKA mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beabsichtigt, als Gotteskriegerin in den bewaffneten Kampf nach Syrien oder in den Irak auszureisen.

Die dreifache Mutter sei wie ihr deutscher Ehemann als regelmäßige Besucherin der Moschee des „Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim“ (DIK) aufgefallen, die als salafistisches Zentrum und Radikalisierungsstätte im Fokus der Ermittlungsbehörden steht. (Weiterlesen: Hildesheim „Hotspot“ für salafistische Djihad-Kämpfer) 

Ehemann Reisepass entzogen

Dem Ehemann wurde bereits der Reisepass entzogen, weil er sich nach Erkenntnis der Behörden unter dem Deckmantel einer humanitären Aktion dem Kampf in Syrien anschließen wollte. Der Mann hatte mehrere Krankenwagen für Hilfskonvois Richtung Syrien gekauft, die nach Einschätzung der Behörden auch dazu dienen, potenzielle Kämpfer für die Terrormiliz Islamischer Staat nach Syrien zu bringen.

Mit einer Klage gegen den Passentzug scheiterte der Mann im vergangenen Juli bereits vor dem Verwaltungsgericht. Seine Ehefrau begründet ihre Klage damit, dass keine konkreten Erkenntnisse gegen sie vorliegen und nicht gegen alle Besucher der DIK-Moschee Maßnahmen ergriffen worden sind.