Illegales Tierteil oder „Hausrat“? Elefantenstoßzahn eingezogen – Mann verklagt Hannover

Von Lorena Dreusicke | 17.02.2017, 16:59 Uhr

Ein Mann verklagt die Region Hannover, weil sie einen Elefantenstoßzahn einzog, den Polizisten in seiner Wohnung beschlagnahmt hatten. Der Prozess mit sechs Zeugen beginnt am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht Hannover.

Polizeibeamte hatten im Juni 2014 die Wohnung des Klägers durchsucht und dabei einen Elefantenstoßzahn gefunden, heißt es in der Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Hannover. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, Teile dieser streng geschützten Tierart zu besitzen. Der Kläger habe auch keine Berechtigung für den Besitz nachweisen können. Daher habe die Region Hannover im September 2014 die Einziehung des Stoßzahns angeordnet.

Der Kläger behauptet laut Pressemitteilung, dass er den Stoßzahn erwarb, bevor die asiatischen und afrikanischen Elefanten unter Schutz gestellt wurden. Der Zahn sei ein Geschenk seines Vaters gewesen, der diesen von seinem Vater geschenkt bekommen hatte.

Wann in Besitz gekommen?

Der Kläger vertrete die Position, er müsse nicht nachweisen, dass sich der Stoßzahn vor der Unterschutzstellung der Elefanten im Besitz seiner Familie befunden habe. Bezogen auf den betreffenden Paragrafen müsse er dies nur „glaubhaft“ machen. Er sehe den Stoßzahn als „Hausrat“ und habe entsprechende Zeugenerklärungen vorgelegt.

Doch die beklagte Region Hannover ist laut Mitteilung der Ansicht, dass die vorgelegten Erklärungen nicht ausreichen. Sie seien zu pauschal und widersprüchlich. Es sei weiterhin unklar, wann konkret der Stoßzahn in den Besitz der Familie ging.

Zum Verhandlungstermin am 21. Februar plant das Gericht, sechs Zeugen anzuhören.

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