IHK rät zur Vorsicht Betrüger in Niedersachsen mit Chef-Masche auf Beutezug

Von dpa | 08.02.2017, 17:19 Uhr

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Norden warnt Unternehmer vor Betrügern, die derzeit mit der sogenannten Chef-Masche auf Beutezug sind.

„Norddeutschland ist derzeit offensichtlich das Ziel einer größeren Betrugswelle“, sagte IHK-Außenwirtschaftsexperte Tilmann Brunner am Mittwoch in Hannover. Mit der Masche ist es Betrügern gelungen, von mittelständischen Unternehmen hohe Überweisungen auf Konten in China und Indonesien auszulösen. Aktuell seien Unternehmen in Niedersachsen und Hamburg innerhalb weniger Tage um über fünf Millionen Euro betrogen worden. In der Region Hannover sei ein Betrugsversuch bei einem Mittelständler in letzter Minute noch aufgeflogen.

Konten werden sofort leergeräumt

Bei der auch „CEO-Fraud“ (Vorstands-Betrug) genannten Masche verschaffen sich die Kriminellen etwa im Internet detaillierte Informationen über einzelne Unternehmen. Sie geben sich dann als deren Vorstand oder Geschäftsführer aus und weisen Mitarbeiter der Finanzabteilung per Mail an, große Geldbeträge für angeblich wichtige Geschäfte auf Konten in Asien oder Osteuropa zu überweisen. Zugleich verlangen die Täter besondere Geheimhaltung, etwa weil es um die Übernahme einer anderen Firma gehe. Die unter falschen Namen eingerichteten Konten werden anschließend sofort leergeräumt. Den Landeskriminalämtern ist die Masche seit 2013 bekannt.

Zur Vorsicht rät die IHK Unternehmen, ungewöhnliche Vorgänge direkt beim Chef zu Hinterfragen und für die Überweisung von hohen Beträgen ein Vier- oder Sechs-Augenprinzip festzulegen. Mit diesem Kontrollprinzip konnte ein Unternehmen in Hannover jetzt der Betrugsmasche entgehen.